Wie uns das Unterbewusstsein gerne Streiche spielt

Glaubt man diversen Aussagen von Psychologen, treffen wir um die 20.000 Entscheidungen pro Tag. So manche Methoden sollen dabei helfen, die Qualität dieser Entscheidungen zu verbessern. Nur hilft die beste Technik nichts, wenn uns das Unterbewusstsein einen Streich spielt. Eine falsche Annahme wird so schnell zum Ausgangspunkt für eine Negativspirale.

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Bereits unzählige Studien und Forschungen zeigen, wie und warum wir uns in unserem Alltag bewegen und interagieren. Die Ergebnisse sind nicht nur extrem spannend und aufschlussreich, sondern helfen dabei, Ihre persönliche Entwicklung zu fördern, da sie dadurch die Gründe für Ihre Handlungen verstehen. Denn wie immer im Leben ist Wissen auch hier die halbe Miete. Wenn Sie all die vielen Möglichkeiten erkennen, wie Sie Entscheidungen treffen und unbewusst handeln, können Sie die psychologischen Vorteile ganz einfach für sich gestalten.

Die folgenden 6 typischen Denkfehler basieren auf den normalen Denkstrukturen unserer Handlungen und dienen als eine Art Anleitung zur Eigenoptimierung.

1. Der Pratfall-Effekt: Ihre Sympathie steigt, je unperfekter Sie sind.

Machen Sie sich keine Sorgen vor möglichen Fehlern. Geben Sie lieber zu, wenn es mal nicht alles nach Plan klappt. Denn nichts ist menschlicher - und macht Sie sympathischer.

Das beweist der Pratfall-Effekt: Wer nie Fehler macht, wird als weniger sympathisch empfunden als solche, die gelegentlich Fauxpas begehen (und zugeben). Perfektion schafft Distanz und einen unangenehmen Klang einer gewissen Unbesiegbarkeit.

Diese Theorie wurde in einem Test von Elliot Aronson nachgegangen. Dabei forderte er die Teilnehmer auf, Aufnahmen von Personen zu hören, die Quizfragen beantworteten. Bei einigen Aufnahmen wurde auch der Klang einer umgeworfenen Kaffeetasse abgespielt. Die Quizspieler, die auch den Kaffee verschütteten, waren an der Spitze des Sympathieolymps.

Für Sie zum Mitnehmen:

Der Pratfall-Effekt ist eine gute Erinnerung, dass es in Ordnung ist, Fehler zu machen. Gelegentliche Fauxpas sind nicht nur menschlich und okay, sie können sich sogar als nützlich erweisen. Ein Grund mehr im Design Thinking auf Protoypen und Versuche zu setzen!

2. Der Pygmalion-Effekt: Höhere Erwartungen führen zu mehr Leistung.

Der Kern dieses psychologischen Phänomens ist das Konzept der sich selbst erfüllenden Prophezeiung: Wenn Sie in tiefstem Herzen von etwas überzeugt sind, wird es irgendwann auch genauso eintreffen.

Der Pygmalion-Effekt wurde vom Psychologen Robert Rosenthal durchgeführt und fand in einer Grundschulklasse statt. Nach einem ersten Einstufungstest überzeugte Rosenthal die Lehrer zu der Annahme, dass bestimmte Schüler zu großen akademischen Leistungen fähig wären. Rosenthal wählte diese Schüler aber vollkommen zufällig, unabhängig von den tatsächlichen Ergebnissen der Tests.
Am Ende des Jahres, als die Schüler erneut getestet wurden, zeigte die Gruppe der Auserwählten tatsächlich eine Verbesserung gegenüber ihren Altersgenossen. Warum? Spätere Tests ergaben, dass die Lehrer unbewusst der Gruppe mehr Aufmerksamkeit und gezielteres Feedback schenkten. Ihre Erwartungen für diese Gruppe waren höher - und das wurde schließlich Realität.

Für Sie zum Mitnehmen

Fordern Sie sich gezielt mit schwierigeren Zielen und Aufgaben heraus, um zu wachsen. Wenn Sie als Führungskraft große Hoffnungen und Erwartungen in Ihr Team setzen, können Sie im Gegenzug auch bessere Leistung erwarten.
Den Pygmalion-Effekt können Sie aber auch bei Innovation nutzen: Hohe, fast unerreichbare Ziele können tolle Ergebnisse schaffen!

3. Das Paradox der Wahl - Je mehr Möglichkeiten wir haben, desto unzufriedener sind wir mit unserer Entscheidung.

Selbst wenn sich unsere endgültigen Entscheidungen letztlich als die beste Wahl herausstellen: Je mehr Entscheidungsmöglichkeiten wir haben, desto unzufriedener sind wir dennoch mit dem, was wir wählen. Das beginnt bei der Wahl der Marmelade bis hin zur Entscheidung über eine neue Wohnung. Eine Fülle von Entscheidungen macht es fast unmöglich, Zufriedenheit zu finden.

Um dieses Paradoxon zu beweisen, führten Psychologen ein Experiment über Marmeladen (Konfitüren) durch. In einem Feinkostladen haben sie die Entscheidungskraft der Menschen mit Hilfe hochwertiger Geschmacksproben auf die Probe gestellt. In einem ersten Test boten die Forscher sechs Sorten an; danach waren es 24 Sorten. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass 30% der Feinkostenladenbesucher, die die kleinere Auswahl hatten, ein Glas Marmelade kauften. Im Gegensatz dazu kauften nur 3% derjenigen, die der größeren Auswahl ausgesetzt waren, auch Marmelade.

Unsere Zufriedenheit verringert sich mit jeder zusätzlichen Anstrengung und dem Druck, den es braucht, um mehrere Optionen abzuwiegen. Opportunitätskosten beeinflussen die Art, wie wir Gegenstände einschätzen und die Möglichkeit, sich schlecht oder falsch zu entscheiden, ist einfach größer.

Für Sie zum Mitnehmen

Bei Kunden: Bieten Sie weniger Optionen an. Für sich selbst: Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie glücklich macht, und tun Sie das, was deinem Leben einen Sinn gibt.

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