Gezielt mehr Kreativität in Gruppen

Unternehmen profitieren extrem von der eigenen Dynamik und der hohen Motivation der Mitarbeiter. Das ist auch wichtig, denn Innovationen entstehen aus Ideen und diese gibt es mehr als genug in jedem Unternehmen. In vielen Unternehmen werden diese Ideen jedoch nicht gezielt generiert, sondern entstehen durch Zufall. Damit Kreativität aber kein Zufall bleibt, empfehlen wir euch eine weitere Methode.

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Vor allem beim Brainstorming und bei der Entscheidungsfindung ist Gruppendenken ein gefürchtetes, wie auch oft erfahrenes Phänomen. Dabei geht unheimlich viel Energie verloren und das Ergebnis sind schlechte Ideen mit katastrophalen Entscheidungen.
Das muss aber nicht sein. Im Design Thinking verwenden wir einen Prozess, der Querschüsse und schnelle Entscheidungen stoppt und stattdessen das Beste aus verschiedenen Perspektiven holt.

Wie es funktioniert

1. Vorbereitung

Zur Vorbereitung verteilen Sie Papier und Stifte an jede Person. Danach stellen Sie einen Timer auf fünf bis 10 Minuten. Jeder der Anwesenden muss in dieser Zeit ganz viele Ideen aufschreiben. So viele wie möglich. Und das ganz individuell und jeder für sich. Diese Gedanken werden nicht in der Gruppe geteilt. Dieses Wissen führt dazu, dass sich niemand darum kümmert, was genau er oder sie aufschreibt, sondern den Gedanken freien Lauf lässt.

2. Selbst bearbeiten

Nun wird die Stoppuhr auf zwei Minuten gestellt. Jede Person geht dabei die eigene Liste durch und sucht sich, bezogen auf die jeweilige Fragestellung, die besten ein oder zwei Ideen raus. Auch wieder ganz für sich alleine.

3. Teilen

Nun ist es an der Zeit mit den anderen die Ideen zu teilen. Aber Achtung: Das ist kein Verkaufsgespräch. Sagen Sie einfach, was Sie geschrieben haben. Der Moderator notiert alle genannte Ideen auf einem Flipchart.

4. Abstimmung

Stellen Sie den Timer nun auf ca. fünf Minuten. Jede Person wählt einen Favoriten aus den gesammelten Ideen auf dem Flipchart aus. Und schreibt diese ganz individuell für sich ruhig auf ein Stück Papier.

5. Teilen

Es ist an der Zeit, dass auch diese Meinungen miteinander geteilt werden. Dabei dürfen Sie nun ein wenig argumentieren, aber übertreiben Sie es nicht! Niemand sollte mehr seine Stimme ändern! Sagen Sie einfach, was Sie geschrieben haben. Der Moderator notiert die Punkte wieder mit.

6. Entscheiden

Suchen Sie nach jemanden, der das letzte Wort hat. Suchen Sie einen Entscheider, am besten den Sponsor aus. Die letzte Entscheidung sollte nicht in der Gruppe getroffen werden. Jede Stimme wurde gehört und nun ist es an der Zeit, eine auszuwählen.

6+1. Freuen Sie sich über das Ergebnis

Diese Methode ist schnell und effektiv. Aber sie ist nicht perfekt. Passen Sie sie also immer den Besonderheiten an: Manches Mal ist es besser, wenn jede Person mehrere Stimmen bekommt, manches Mal liefern Verkaufsgespräche entscheidende Erkenntnisse.

Warum es funktioniert

Ruhige Zeiten, um nachzudenken
Meetings bieten selten Einzelpersonen Zeit, um sich zu konzentrieren und nachzudenken. Gerade bei Brainstormings schreit jeder seine Idee heraus. Das kann Spaß machen, aber meiner Erfahrung nach kommen die stärksten Ideen immer von Individuen.

Parallel ist besser als seriell
Die meisten Sitzungen sind seriell. Mit anderen Worten spricht eine Person zu einem Zeitpunkt - es redet immer irgendwer. Dabei kommt das Denken zu kurz. Parallel Arbeit erhöht die Bandbreite. Weitere Lösungen werden geprüft und bewertet.

Abstimmung Engagement
Das Niederschreiben der eigenen Stimme sorgt dafür, dass Sie sich nicht beirren lassen, wenn jemand anderer Meinung ist. Konflikte sind nützliche Mittel und willkommen. Aber das funktioniert nur, wenn wir uns selbst treu bleiben.

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