DT86 Spezial: 77 Tools für Design Thinker: Das ERAF Systemdiagramm

Wenn Sie es jemals mit einem komplexen Problem zu tun hatten, kennen Sie sicherlich die Schwierigkeit, die Übersicht zu bewahren. In diesem Podcast stellen wir Ihnen eine Art der Visualisierung vor, die Sie dabei unterstützt, die Beziehungen zwischen Elementen innerhalb eines Systems zu verstehen. Es ist ein intuitiver Prozess, der idealerweise am Ende von langen Gesprächen steht.

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Das ERAF-Systemdiagramm ist eine Methode, um Ansichten des Kontexts auf verschiedenen Niveaus anzuzeigen. Das hilft, über alle Elemente in einem Systems und deren Wechselwirkungen nachzudenken. Unabhängig vom Projekt kann jedes System auch grundsätzlich verstanden werden, indem es als Satz von Entitäten (Entity), Relationen (Relation), Attributen (Attributes) und Flüssen (Flows) gesehen wird.

Das Akronym

Entitäten sind die definierbaren Teile eines Systems. Sie sind die „Subjekte“ im System, wie Menschen, Orte und Dinge (z.B. Studenten, Schulen oder Bücher). Begriffsentitäten können Abstraktionen wie Projekte, Probleme oder Ziele umfassen.

Relations bzw. Beziehungen beschreiben, wie die Subjekte untereinander und miteinander verbunden sind. Wenn diese Attribute noch als „Verben“ beschrieben werden, wird das ganze noch greifbarer. Ein Beispiel: Die Beziehung könnte folgende Aussage bedingen „Die Universität fördert den Studenten“. Beziehungen können auch gemessen werden, wenn sie mit einem Wert hinterlegt werden.

Attribute: Die Attribute fungieren als "Adjektive" im System. Qualitative Attribute sind Namen, Marken oder Wahrnehmungen (wie günstig oder ungünstig). Quantitative Attribute sind Alter, Größe, Kosten, Dauer oder andere Dimensionen, die Mengenmäßig erfasst werden können.

Flows bzw. Flüsse sind die Richtungsbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Entitäten. Sie zeigen die Richtungen an wie „hin und her“, „vor und zurück“ oder „hinein und hinaus“. Diese Flüsse nehmen zwei Formen an: zeitliche Strömungen, die die Sequenz angeben und mit der Zeit verknüpft sind und örtliche Strömungen wie Ein- und Ausgänge, Rückkopplungsschleifen oder parallele Prozesse, die zeigen, wie sich das System durch das System bewegt.

Das Vorgehen

Schritt 1: Identifizieren Sie zunächst die verschiedenen Einheiten des Systems. Behalten Sie nur jene Subjekte, die einen wirklichen Einfluss auf Ihr Projekt haben. Listen Sie Personen, Orte, Sachen, Organisationen und dergleichen, die den Kontext, der analysiert werden soll, umfassen, ab. Zeichnen Sie Kreise, um diese Objekte zu kennzeichnen.

Schritt 2: Identifizieren Sie die Beziehungen und Ströme zwischen den unterschiedlichen Entitäten. Zeichnen Sie Linien, um Beziehungen und Pfeile für Strömungen im Diagramm darzustellen. Fügen Sie Textbezeichnungen hinzu, um diese Beziehungen und Ströme zu beschreiben.

Schritt 3: Definieren Sie die Attribute der Entitäten, die für das Projekt wichtig sind. Stellen Sie diese als kleinere Kreise dar und fügen Sie Beschreibungen hinzu. Geben Sie für die jeweilige Detailanalyse auch Attributwerte ein wie Einkommen, Alter, Geschlecht, etc.

Schritt 4: Das allgemeine Diagramm zeigt Ihnen den Kontext als eine Menge von Entitäten, Relationen, Attributen und Flüssen an. Überprüfen Sie das Diagramm im Team, um sicherzustellen, dass alle Elemente umfassend erfasst und in diesem Systemdiagramm beschrieben werden.

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