Die meisten sind es nicht gewohnt, klare und konstruktive Rückmeldungen zu geben und zu erhalten. Kritik wird schnell als persönlich verletzend wahrgenommen. Wir zeigen Ihnen ein paar Feedbackmethoden, die einfach und effizient sind, dabei helfen, die Stärken bewusst wahrzunehmen und blinde Flecken wieder besser zu sehen.

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Feedback zu geben bedeutet in erster Linie eine Rückmeldung bzw. auch Beurteilung durch eine andere Person. Dadurch wird die eigene Einschätzung und Wahrnehmung durch eine - soweit möglich - objektive Fremdeinschätzung bzw. Außenwahrnehmung ergänzt. Richtig eingesetzt hilft Feedback dabei zu erkennen, wie das eigene Verhalten wirkt oder ankommt, aber auch welche Verbesserungspotenziale möglicherweise gegeben sind. Gerade im Design Thinking und im Innovationskontext ist Feedback unerlässlich. Damit es aber funktioniert, braucht es klare Regeln:

Feedback richtig anwenden

  • Klar, konkret und eindeutig formuliert: Das Feedback soll nachvollziehbar sein.
  • Objektiv: Die Beobachtung sollte auch von anderen nachvollziehbar sein.
  • Keine Interpretationen, Vermutungen oder Phantasien: Beziehen Sie sich auf Beobachtungen und Wahrgenommenes.
  • Erwünscht: Feedback ist nur dann wirklich hilfreich, wenn der Empfänger auch tatsächlich darum gebeten hat.
  • Ich-Botschaften formulieren: Niemanden helfen Verallgemeinerungen oder pauschale Aussagen weiter. Erklären Sie lieber konkret, wo Sie konkret Verbesserungspotential erkennen. Dadurch sind Sie selber auch in der Pflicht zu beweisen, wie gut Ihr Rat tatsächlich ist. Und sagen Sie, was Sie persönlich anders würden - nicht, was "man" macht.
  • Verschiedene Perspektiven betrachten: Von außen sehen die Dinge oft ganz anders und zumeist sogar viel einfacher aus. Umso wichtiger ist es, die Sachen auch kompetent zu betrachten und zu überlegen, ob man selbst wirklich in der Lage ist, hilfreiches und ehrliches Feedback zu geben.
  • Zur richtigen Zeit: Feedback ist am wirksamsten, wenn es unmittelbar gegeben wird. Wenn zu viel Zeit zwischen Verhalten und Information über die Wirkung liegt, wird die Nachvollziehbarkeit immer schwieriger. Geben Sie Ihr Feedback auch möglichst immer nur unter vier Augen, sodass der andere im Zweifelsfall auch sein Gesicht wahren kann.

Feedbackmethoden aus dem Design Thinking

Der Kreis

Die Gruppe bildet einen Kreis, bei dem jeder auf einem Stuhl sitzt. In der Mitte stehen drei Stühle im gleichen Abstand, auf denen jeweils ein Blatt mit einem Plus, einem Minus und einem Koffersymbol.
Aus der Gruppe werden wahllos drei Personen auf einem der markierten Stühle gesetzt. Diese fangen nun an, Feedback zu geben. Zunächst beginnt die Person auf dem Plusstuhl und erzählt, was ihm oder ihr besonders gut gefallen hat. Danach meldet sich die Person auf dem Minus-Stuhl zu Wort und erzählt, was ihm oder ihr nicht gefallen hat bzw. was verbessert werden könnte. Zuletzt ist die Person auf dem Koffer-Stuhl an der Reihe. Sie berichtet, was ihn oder sie noch beschäftigt bzw. was er oder sie für sich mitnehmen kann.
Ist diese Runde fertig, dreht sich der Kreis weiter und alle rutschen um einen Stuhl weiter. Dadurch sitzt jeder an einer neuen Position. Die Runde ist beendet, wenn jeder auf allen drei Stühlen saß und so sein Feedback abgegeben hat.

Stilles Feedback

Auf ein großes Blatt wird eine Zielscheibe gemalt. Diese wird noch in verschiedene Tortenstücke eingeteilt, die jeweils für einen Bereich stehen. Das kann sein: Produktfeature 1, 2, 3, Preis, Zielgruppe etc.
Nun bekommt jeder für jeden Bereich einen Klebepunkt. Alle haben ab jetzt die Möglichkeit jeden Bereich durch das Bekleben der Punkte zu bewerten. Die Wertung geht von innen nach außen. So steht innen für sehr gut / perfekt und außen für schlecht / voll daneben / total langweilig.

Fünf-Finger-Feedback

Auf ein Plakat wird eine große Hand gemalt, wobei jedem Finger eine Bedeutung zugeschrieben wird:
Daumen: Das war genial…
Zeigefinger: Darauf möchte ich hinweisen…
Mittelfinger: Das war nicht so gut…
Ringfinger: Das ist mein besonderes Highlight…
Kleiner Finger: Das ist mir zu kurz gekommen…

Blume und Stein

Die TeilnehmerInnen setzen sich in einen Kreis. Eine Blume wird vom Moderator an einen Teilnehmer gereicht mit der Aufforderung, dass die Person, die die Blume in der Hand hält, in einem Satz sagt, was gut und schön war und auch, was ihn oder sie noch beschäftigt. Danach geht ein Stein um. Dabei sagt die Person, die den Stein in der Hand hält: Was war schwer für mich? Was liegt mir wie ein Stein im Magen? Was hat mir nicht so gut gefallen?

Weiterführende Links

Weitere Methoden finden Sie in meinem neuen Buch "77 Tools für Design Thinker".
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