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Letztens wurde ich per Mail gefragt, ob ich einen Tipp hätte, wie jemand sein Team gut motivieren könnte. Ich denke, langfristige Motivation hängt von mehreren Dingen ab. Ein Manager kann viel dazu beitragen, um seine Mitarbeiter zu motivieren, indem er verschiedene Maßnahmen ergreift. Am wichtigsten ist es aber, dass er sein Team wertschätzt. Das kann einerseits durch Bonis und Geld passieren, aber auch durch ein gutes Betriebsklima.

Aber was bedeutet Motivation eigentlich? Ich verstehe darunter vor allem die Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse, die Menschen antreiben, damit sie gewisse Ziele erreichen. Im Grunde wird zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden, wobei die intrinische aus einem inneren Antreiber stammt (weil wir z.B. Spaß an etwas haben) und die extrinsische ein äußerer Anreiz ist (weil man sich Vorteile erhofft oder Nachteile vermeiden will).

Leistungsbereitschaft steigern

Ein Unternehmen hat nun verschiedene Möglichkeiten, um seine Mitarbeiter zu motivieren. Allem voran geht es um die Mitarbeiterzufriedenheit und ein gelebtes Vorbild. Die ganzen Beteuerungen darüber, was einem Unternehmen wichtig ist und was nicht, sind spätestens dann nichtig und unauthentisch, wenn Widersprüche offen gezeigt werden. Etwa wenn der Zusammenhalt zwar beschworen wird, der Chef sich aber als Choleriker entpuppt.

Geld kann durchaus motivieren, denn letztlich ist es nichts anderes als eine Form der Wertschätzung. Trotzdem: Wenn Sie viele Stunden mit Ihrer Arbeit verbringen, suchen Sie wahrscheinlich andere Anreize als nur Geld. Wichtig sind auch

Das Klima

Ein gutes Unternehmensklima ist das Herz einer jeden Firma. Wenn das Herz gesund ist, dann sind die Mitarbeiter auch mit mehr Freude bei der Sache. Da wir die meiste Zeit mit Kollegen verbringen, ist ein freundschaftliches Verhältnis wichtig und Teil der Lebensqualität. So ist es besonders schlimm, wenn Mobbing ins Spiel kommt. Gerade hier muss der Vorgesetzt besonders Acht geben. Toleranz und Transparenz sind hier der wichtigste Punkt.

Flexibilität

Generell hilft eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre dabei, dass die Mitarbeiter ihren Unmut äußern. Wenn die Regeln zu starr sind, engen sie ein und lassen keinen Spielraum für Kreativität und Entfaltung. Es hilft, wenn Sie Ihren Mitarbeitern eine Aufgabe geben, ihm aber soweit wie möglich freie Hand bei der Entscheidung lassen, in welcher Reihenfolge und wie diese Tätigkeit nachgegangen werden kann.

Auch bei der Einteilung der Arbeitszeit motiviert Flexibilität. Viele schätzen Gleitzeit, um verschiedene Erledigungen auch mal in normalen Bürozeiten erledigen zu können. Ökonomisch gesehen ist es auch für das Unternehmen absolut sinnvoll, dass die Mitarbeiter auch dann zur Arbeit kommen, wenn sie wirklich ausgeruht und damit am produktivsten sind.

Abwechslung

Niemand macht gerne tagein, tagaus dasselbe. Je monotoner und anspruchsloser eine Arbeit ist, umso unzufriedener werden die Mitarbeiter werden. Natürlich ist es nicht immer in allen Bereichen möglich für Abwechslung zu sorgen. Aber dennoch kann Monotonie begrenzt werden, indem Mitarbeiter z.B. durch Jobrotation immer wieder mal neue Arbeitsvorgänge kennenlernen.

Herausforderung

Ein ähnlicher Punkt ist das Vermeiden von Unterforderung oder auch Überforderung. Weder Langeweile noch Stress sorgt für mehr Motivation. Helfen Sie als Führungskraft Ihren Mitarbeitern, dass sie sich auch mal abgrenzen können oder dass das Klima so ist, dass ein Gespräch über eine mögliche Unter- und Überforderung mit dem Chef möglich ist. Je größer ein Unternehmen, desto schwerer wird es auch zu erkennen, ob einem Angestellten zu viel zugemutet wird oder nicht.

Arbeitsbedingung

Darunter verstehe ich, dass der Mitarbeiter sämtliche Infos und Materialien bekommt, um seiner Arbeit nachzugehen und nicht unnötige Erschwernisse vorzufinden. Wenn etwas fehlt, wodurch die Arbeitsabläufe erschwert werden, liegt es auf der Hand, dass das bereits für Frust sorgt. Nur wenn alle notwendigen Mittel und Infos zur Verfügung stehen, kann der Mitarbeiter auch sorgfältig arbeiten. Aber auch der Ort selbst spielt eine Rolle: So sind laute Großraumbüros nachweislich nicht besonders gut für die Konzentration. Oder schlechte Stühle, die das Sitzen erschweren. In dem Moment, wo ein Unternehmen den Mitarbeitern das Arbeiten einfacher macht, unterstützt es, dass die Konzentration und auch die Freude steigt.

Persönliche Beziehungen

Dabei meine ich ein Zusammenspiel aus offener Kommunikation, Vertrauen und Zusammenhalt. Gerade in kleineren Unternehmen wird vielfach das persönliche Verhältnis geschätzt. Dadurch haben alle eine Chance, positiv miteinander in Kontakt zu treten und auch mal Konflikte offen zu klären. Das ist viel einfacher als in großen, anonymen Unternehmen. Und auch das Handeln, wenn etwas schiefgeht oder der Mitarbeiter nicht zufrieden ist, funktioniert schneller. Gespräche, um gemeinsame Ziele zu definieren und zu fördern, helfen beim guten Zusammenhalt genauso wie gemeinsame Unternehmungen wie die Weihnachtsfeier oder das Feierabendbier, bei dem auf die erreichten Ziele und Projekte angestoßen wird.

Wertschätzung

Die wichtigste und beste Motivation, ist sogar die günstigste: Nämlich ehrliches Lob und Anerkennung für die Mitarbeiter. Viele nehmen gute Leistung als selbstverständlich wahr und Kritik erfolgt nur in destruktiver Form, wenn die Leistung nicht passt.  Dabei ist von Zeit zu Zeit Anerkennung wichtig, sonst lässt das Engagement auf Dauer nach.

Die Mischung macht's

Um die Motivation der eigenen Mitarbeiter zu steigern, ist eine gute Mischung wichtig. Sobald zu einer Tätigkeit selbstbestimmtes und kreatives Arbeiten kommt, sollte darauf geachtet werden, dass neben monetärer Wertschätzung noch andere Faktoren dazukommen. Lob und Wertschätzung sind für jedes Selbstwertgefühl wichtig und fördern die Leistungsbereitschaft.

Weiterführende Hinweise

Podcastepisode DT74 Technik: Shadowing
Podcastepisode DT 20 4 erstaunliche Gründe, warum Menschen motiviert sind
Event vom 13.-14.10.2017 mit Torsten Koerting: Personal Brand Mastery in Wien