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Warum sind Fragen im Design Thinking so wichtig?

Um eine neue Perspektive zu bekommen und Empathie aufzubauen. Empathie ist die Fähigkeit, Emotionen, Werte, Gedanken und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu verstehen, nachzuvollziehen und sich darauf einzulassen. Wer empathisch ist, reagiert auf das Verhalten seines Gegenübers angemessen - Empathie ist eine Art vorausschauende Emotionsreaktion.

Die heutigen Wissenschaftler sehen eine gesunde Selbstwahrnehmung als Basis für Empathie. Je besser man sich selbst versteht und je offener man für seine eigenen Emotionen ist, desto leichter kann man sich auch in andere hineinversetzen.

Der amerikanische Psychologe Daniel Goleman hat den Begriff der Emotionalen Intelligenz eingeführt. Darunter versteht er "die Fähigkeit, unsere eigenen Gefühle und die anderer zu erkennen, uns selbst zu motivieren und gut mit Emotionen in uns selbst und in unseren Beziehungen umzugehen."

Im Design Thinking ist es wesentlich, Empathie entwickeln zu können, um die Bedürfnisse der anderen tatsächlich zu verstehen. Dazu eignen sich am besten Fragen.

Fragen verbessern

Wie verbessern Sie eine Frage? Ich bin mir sicher, dass es viele mögliche Antworten darauf gibt. Diese sieben Ideen helfen uns in unserer Design Thinking Praxis, wirklich gute Fragen zu stellen.

1. Präzisieren Sie Fragen: Um Missverständnisse zu vermeiden, fragen Sie gezielt nach. Statt "Wie werden aktuelle Trend den Markt beeinflussen?" fragen Sie besser "Wie wird der Aufstieg des E-Commerce den Markt beeinflussen?"

2. Öffnen Sie Ihre Fragen: Wir stellen oft geschlossene Fragen, die nur mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Wenn Sie aber die Fragen mit Was, Warum, oder wie verfeinern, öffnen Sie sie automatisch. Also anstatt zu fragen "Nutzen Sie das Produkt regelmäßig?" fragen Sie "Wie und wann setzen Sie dieses Produkt ein?"

3. Schließen Sie Fragen: Manches Mal sind aber geschlossene Fragen durchaus die richtigen Methoden. Vor allem, wenn es darum geht, fehlerhafte Annahmen zu identifizieren. Bevor Sie zu viel Zeit damit verbracht haben, nach der Ursache von einem Problem bspw. zu fragen, fragen Sie lieber, ob es überhaupt ein Problem gibt.

4. Machen Sie es softer: Manches Mal können Fragen konfrontierend wirken. Dann hilft es, wenn Sie eine Phrase an den Anfang stellen, die Neugierde zeigt, nicht Kritik. Statt "Warum glauben Sie ist das so?" Fragen Sie "Ich bin neugierig zu wissen: Warum glauben Sie das?"

5. Fügen Sie ein "Warum" hinzu: Statt nur nach dem Was zu fragen, fragen Sie Ihr Gegenüber, wie er oder sie zu dieser Überzeugung kommt. Z.B. "Welche Entwicklungen interessieren Sie am meisten?" fragen Sie "Welche Entwicklungen interessieren Sie am meisten- und warum?"

6. Vereinfachen Sie: Stellen Sie naive Fragen: "Warum sind wir in diesem Geschäft tätig?" "Welche Geschäfte machen wir eigentlich wirklich?" "Wie definieren wir Erfolg?" Diese Fragen sollten unbedingt von Zeit zu Zeit zwecks Klarheit gestellt werden.

7. Neutralisieren Sie die Fragen: Versuchen Sie, Menschen nicht auf eine bestimmte Spur zu bringen. Statt "Ist das nicht ein Problem?" fragen Sie "Was halten Sie von dieser Umsetzungs-Idee?"