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Lernen Sie so schnell, wie sich die Welt verändert? Ein konstanter Zustand der Veränderung erfordert einen konstanten Zustand des Lernens. Innovationskultur ist immer eine Kultur des Lernens!
Das bedeutet auch, dass eines immer relevant sein wird in der Zukunft: kontinuierliches Lernen.
Lernen ist nichts, was aufhört, wenn man die Schule oder die Uni verlassen hat.

Praxis-orientiertes Lernen in der Universität ist meistens eine Repräsentation der Realität aus der Perspektive eines Akademikers. Dieser ist oft mehr an seiner Forschung als an seinem Unterricht interessiert. Grund ist, dass die Anreize im System meistens eben nicht studentisches Lernen und realitätsnahe Bildung begünstigen. Der institutionelle Rahmen hält fast jeden Professor davon ab, den Unterricht in Bezug zur Praxis zu setzen.

Im Design Thinking dreht sich alles ums Lernen

Gute Design Thinker sind nicht einfach zufrieden mit dem, was sie wissen. Sie besitzen eine unersättliche Neugierde und wollen entdecken und lernen. Sie streben ständig nach dem, was sie nicht wissen.
Sie alle haben gemeinsam, dass sie Fragen stellen, ihre Aufmerksamkeit fokussieren, nach interessanten Menschen suchen und schließlich Ideen auszuprobieren.

Also, wie kann man lernen?

  • Viel lesen, mit Menschen sprechen, dazu gehört aber auch, die richtige Quelle zu finden.
     
  • Viele Fragen stellen, um Informationen zu bekommen, aber auch um Wissen zu teilen.
     
  • Entwickeln Sie eine Liste mit Fragen zu einem Thema, fragen Sie die Menschen, die es wissen könnten, und tauchen Sie tief in das Thema ein. Lesen Sie auch Biografien von interessanten Menschen, um zu verstehen, wie sie denken.
     
  • Bewegen Sie sich im Kontext dessen, was Sie lernen möchten. Starten Sie bei den Grundlagen.
     
  • Betrachten Sie Wissen als eine Art Baum: Vergewissern Sie sich, dass Sie die grundlegenden Prinzipien, dh den Stamm und die großen Zweige, verstehen, bevor Sie in die Blätter / Details gelangen.

Angestrebtes Ziel

Manche wollen etwas neues lernen, andere wiederum nicht. Manche haben Ehrgeiz, andere wiederum nicht. Aber jemand, der wirklich lernen will, erhöht das Verlangen nach Lernen.
Wenn wir etwas lernen wollen, konzentrieren wir uns auf das Positive - was wir davon lernen werden - und stellen uns eine glückliche Zukunft vor, in der wir diese Belohnungen ernten. Das treibt uns zum Handeln. Forscher haben festgestellt, dass die Verlagerung des Fokus auf den Nutzen ein guter Weg ist, um sich selber zu motivieren.

Selbstbewusstsein

Gerade im DT ist Feedback notwendig, um zu erkennen, wie andere die Produkte und Services sehen. Aber wenn es um die Notwendigkeit des Lernens geht, sind unsere Einschätzungen von uns selbst, was wir wissen und nicht wissen, welche Fähigkeiten wir haben bzw. nicht haben, sehr ungenau. Bei einer Studie der Cornell University kam heraus, dass 94% der Hochschulprofessoren von sich meinten, „überdurchschnittliche Arbeit" zu leisten. Dadurch fanden sie es auch nicht notwendig, sich weiterzuentwickeln. Lediglich 6% der Befragten hatten das Gefühl, noch einiges lernen zu müssen.
In meiner Arbeit habe ich festgestellt, dass die Menschen, die sich selbst am genauesten bewerten, den Prozess in ihren eigenen Köpfen starten: Sie akzeptieren, dass ihre Perspektive oft voreingenommen oder fehlerhaft ist und streben eine größere Objektivität an.

Neugierde

Kinder sind unerbittlich in ihrem Drang zu lernen. Design Thinker müssen diesen Trieb behalten. Statt sich auf ein anfängliches Desinteresse in einem neuen Thema zu konzentrieren und zu verstärken, lernen sie, sich selber "seltsame Fragen" zu stellen und diese Fragen zu erforschen.

Fazit

Wenn wir aufhören zu lernen, hören wir auf zu wachsen. Kontinuierliches Lernen ist eine Lebenskraft, ein Gegenmittel zur Irrelevanz.

Weiterführende Links

DT13: Warum Neugierde eine wichtige Erfolgseigenschaft ist
DT08: Die 5-Warum-Frage-Technik
Hüther, G. (2016): Mit Freude lernen - ein Leben lang: Weshalb wir ein neues Verständnis vom Lernen brauchen. Sieben Thesen zu einem erweiterten Lernbegriff und eine Auswahl von Beiträgen zur Untermauerung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.