DT22: Berufsbild Innovationsmanager

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Berufsbild Innovationsmanager

Wachsender Wettbewerb, hoher Konkurrenzdruck und innovative Ideen zur Weiterentwicklung des Unternehmens fehlen auch noch. Ein Fall für den Innovationsmanager! Denn dieser kümmert sich um Planung, Umsetzung und um die Bewertung neuer Ideen und Produkte für den potenziellen Markt. Aber wie sieht nun das Berufsbild des Innovationsmanagers aus, welche Aufgabenfelder muss dieser abdecken und was ist alles notwendig, um selbst Innovationsmanager zu werden?

Was ist ein Innovationsmanager?

Und wer ein Schöpfer sein muß im Guten und Bösen: wahrlich, der muß ein Vernichter erst sein und Werte zerbrechen.
— Friedrich Nietzsche

Die Idee des Innovationsmanagements ist nicht neu, sondern entstand bereits in den 1930er Jahren dank dem österreichischen Wirtschaftler Joseph Schumpeter. Dieser unterstrich erstmals Innovation als einen wichtigen Faktor für Unternehmensentwicklung.

Der Innovationsmanager ist aber dennoch eine neuere Erfindung. Dieser noch recht unbekannte Beruf erfreut sich zunehmender Beliebtheit und verspricht sowohl gute Berufsaussichten als auch eine passende Vergütung.

Innovationsmanager beraten kleine bis große Unternehmen und bringen dessen eigene erarbeiteten Ideen innerhalb eines Konzerns erfolgreich auf den Markt. Bevor der Innovationsmanager diese Aufgabe übernahm, haben Ingenieure sich darum gekümmert. Aber es reicht ja nicht, die Idee alleine zu platzieren. Es bedarf trotzdem noch einer Person, die die Gesamtübersicht behält, die Prozesse, die sich rund um Neuerungen und Ideen kümmern, plant und überwacht.

Was ist der Unterschied zum Marketingmanager?
Der Unterschied zu einem reinen Marketing-Experten ist, dass der Innovationsmanager die Realisierungsmöglichkeiten einer neuen Idee einschätzen muss und dabei Zuarbeiten für Ingenieure und für die Produktentwicklung leistet.

Und zu Produktmanagement?
Die Aufgabe im Produktmanagement ist, Anforderungen der Kunden in den Produktentstehungsprozess zu integrieren, die Entstehung eines Produktes und dessen Produktion und Vermarktung, den so genannten Produktlebenszyklus, zu begleiten.

Die Aufgabenfelder eines Innovationsmanagers sind weitreichend:

* Ideen- und Wissensmanagement
* Unternehmensorganisation
* Problemlösung
* Innovationsmarketing, inklusive Patentwesen und
* Qualitätsmanagement

Der Fachmann für Ideenverarbeitung verbindet Wirtschaft und Technik mit Kreativität. Hauptsächlich arbeiten Innovationsmanager derzeit in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von großen Technologie- und Beratungsunternehmen. Neue Technologien oder Produktideen werden auf deren Erfolgsaussichten, einem möglichen Marktplatz und ihrer Marktreife geprüft. Diese Innovationen werden dann anhand von ökonomischen Kriterien gefördert, organisiert und begleitet. Dabei entstehen wichtige Schnittstellen, wie die zwischen der technischen Abteilung und der Geschäftsführung, die einer Mittelsfunktion bedürfen.

Was muss ein Innovationsmanager mitbringen?

Da Innovationsmanager ein Beruf mit hohen Anforderungen ist, sind einige Eigenschaften mitzubringen und spezielles Fachwissen anzulernen. Lebendige Experimentierfreude verbunden mit analytischem Denkvermögen und gestalterischen Fertigkeiten sind die besten Voraussetzungen.

Weitere wichtige Soft Skills in diesem Beruf sind:

  • Interdisziplinäres Denken
  • Aufmerksamkeit, Neugier, Aufgeschlossenheit und Mut
  • Führungsqualitäten
  • Durchhaltevermögen und hohe Frustrationstoleranz
  • Durchsetzungsvermögen und Überzeugungskraft
  • Charismatisches Auftreten
  • Kreativität
  • Teamfähigkeit

Die Freude am Schaffen und Entwickeln ist eine ganz wichtige Voraussetzung für den Innovationsmanager, denn bei immer wechselnden Teams ist eine offene Atmosphäre und Spaß am Projekt notwendig. Das herzustellen und zu vermitteln ist nicht immer einfach und gelingt nur, wenn der Innovationsmanager selbst Freude an seinem Beruf und ein gewisses Verkaufstalent hat.

Aber auch Hard Skills dürfen nicht fehlen, damit eine solide Grundlage für den Beruf des Innovationsmanagers geschaffen ist. Vor allem das übergreifende Fachwissen ist von Nöten, wobei Wirtschaft und Technik die wichtigsten Einflussfaktoren sind. Aber auch diverse Fremdsprachen, Kenntnisse im Marketing- und Marktforschungssektor und Kenntnisse von Prozessmanagement sind entscheidend. Des Weiteren sollten Kenntnisse im Bereich Produktion und Kundenbetreuung vorhanden sein.

Wie wird man Innovationsmanager?

Innovationsmanagent hat viele Wege, meistens läuft es aber über ein Studium wie Musterstudiengänge, die auf ein Bachelorstudium für Wirtschaft oder Technik aufbauen. Oftmals setzt sich der Studiengang aus etwa 60 Prozent Betriebswirtschaftlern und etwa 40 Prozent Ingenieuren zusammen. Universitäten, die diesen Studiengang anbieten sind unter anderem die Fachhochschule Wiener Neustadt, das Technikum Wien, Donau Uni Krems, Esslingen, die FH Ludwigshafen, die Uni Oldenburg und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Aber auch Lehrgänge über mehrere Tage sind möglich, um die wichtigsten Kenntnisse zu vermitteln und einen guten Einblick zu schaffen. Dennoch ist es auch möglich, ohne diese spezielle Ausbildung zu dem Beruf eines Innovationsmanagers zu gelangen. Auch ein Studium des Wirtschaftsingenieurs mit Vertiefung in Unternehmensführung und in Verbindung mit technischen Praktika bringen die Voraussetzungen, die dieses Jobprofil braucht. Ist aber auch viel Berufserfahrung in verschiedenen Disziplinen vorhanden und mit den nötigen Soft Skills gekoppelt, besteht auch so eine gute Chance, um als Innovationsmanager zu arbeiten.

Ein typisches Studium des Innovationsmanagements umfasst nachfolgende Themenschwerpunkte:

  • Grundlagen im Innovationsmanagement
  • Vertiefung von Open Innovation bis hin Service Design
  • Entscheidungsorientiertes Management (Verhaltenspsychologie, Unternehmensführung etc.)
  •  Methoden und Instrumente der Ideenfindung und Problemlösung
  •  Technologiemanagement wie Produktlebenszyklus
  • Trendforschung
  • Informations- und Kommunikationstechnologie
  • Patent- und Rechtswesen
  • Social Entrepreneurship und Nachhaltigkeitsmanagement
  • Qualitätsmanagement
  • Informations- und Wissensmanagement
  • Projektmanagement

Gelernt werden unter anderem Techniken wie Situationsanalysen, die Bestimmung von Suchfeldern innerhalb eines Projekts, Kreativitätsmethoden (Brainwriting, Osborn Checkliste,  Reizwortanalyse etc.). Auch Bewertungsmethoden von Ideen werden gelehrt oder wie man für ein grobes Konzept Lösungen findet. Und auch Design Thinking, gerade für den Kundenfokus, ist ein nicht wegzudenkender Teil im Studium.

Wie sieht der Berufsalltag eines Innovationsmanagers aus?

Der Berufsalltag des Innovationsmanagers ist vollgepackt mit Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Weil Innovationen niemals im luftleeren Raum entstehen, ist es wichtig, dass der Innovationsmanager sich ständig mit allen beteiligten Abteilungen des Unternehmens austauscht und den aktuellen Stand deren Arbeit kennt. Aber genauso weiß er um die momentanen Befindnisse der Kunden, Wettbewerbern, Lieferanten, Universitäten und Zukunftsforschern.

Täglich anfallende Aufgaben sind das Zusammenbringen der unterschiedlichen Abteilungen, die Vermittlung zwischen genau diesen, sowie die Erarbeitung von verschiedenen Bedürfnissen, die den Ideenfindungsprozess um einiges vereinfachen. Des Weiteren gehört zu seinen Aufgaben, dass er oder sie unterschiedliche Vermarktungsstrategien entwickelt, damit auch die richtige Zielgruppe erreicht werden kann. Prinzipiell ist es fortwährend die Aufgabe des Innovationsmanagers, neue Trends aufzuspüren, neue Innovationen zu entwerfen und die Rahmenbedingungen dafür auf dem Markt zu erforschen.

Um den bestmöglichen Umsetzungsweg für neue Ideen zu finden, setzen sich zumeist Innovationsmanager, Technikexperten, Branchenkenner, Vertriebsmitarbeiter und Produktspezialisten zusammen. Unter Anwendung von Markt-, Trend- und Technologieanalysen sowie Portfoliotechniken werden Ideen zunächst gemeinsam entwickelt. Kreativitätstechniken helfen dabei, alte Denkmuster zu durchbrechen und bahnbrechende Innovationen zu ermöglichen. Schließlich müssen auch öffentliche Fördergelder oft beantragt werden. Zusammenfassend sind das die Aufgaben des Innovationsmanagers:

  • Bewertung von Produktentwürfen
  • Durchführung von Marktanalysen
  • Erstellung einer Kosten-Nutzen-Rechnung
  • Identifikation von Problemen
  • Optimierung von Arbeits- und Produktionsabläufen
  • Strukturierung und Verbesserung von Innovationsprozessen
  • Abteilungsübergreifende Kommunikation

Warum braucht ein Unternehmen einen Innovationsmanager?

Bisher sind noch nicht viele Unternehmen auf den Geschmack der Investition in einen Innovationsmanager gekommen. Dabei scheitern geschätzte 90 Prozent aller neuen Ideen, die ohne einen Innovationsmanager durchgeführt werden. Innovationen sind aber unbedingt notwendig, um Wettbewerbsfähig zu bleiben. Des Weiteren werden Produkte immer kurzlebiger, weshalb schneller wieder neue Innovationen geschaffen werden müssen.

Der Innovationsmanager reduziert nicht nur Kosten und Zeit bei der Produktentwicklung, sondern sorgt auch dafür, dass nicht unnötig Geld, Energie und Zeit in die falschen Ideen investiert wird. Aufgrund der Globalisierung muss sowohl fach- als auch sprachübergreifender gearbeitet werden. Mit dem Innovationsmanager wird eine Stelle geschaffen, die all dies im Auge behält und organisiert vor allem durch strukturiertes Vorgehen, Plausibilisieren der Zusammenhänge und Steuerung neuer Ideen.

Aussichten des Berufsbildes Innovationsmanager

Bislang haben nur wenige der kleinen und mittelständischen Unternehmen einen Innovationsmanager in ihrem Betrieb integriert. Doch dies wird sich sehr bald ändern, denn der Beruf des Innovationsmanagers boomt geradezu. Er ist gefragt und gut bezahlt, denn nur durch die Umsetzung innovativer Ideen bleiben Unternehmen am Markt auch wettbewerbsfähig.

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt 50 Stunden und das Einstiegsgehalt wird auf 50.000 Euro jährlich geschätzt. Auch die Aufstiegschancen sind sehr gut, sofern man die nötigen Fähigkeiten mitbringt.

Weiterführende Links

Schumpeter, Joseph (2005): Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. Stuttgart: UTB, 8. Auflage.
Peters Business-Analyse Podcast, sehr zu empfehlen vor allem Folge 31 bis 34 mit dem Business Case

Diverse Ausbildungsmöglichkeiten

Fachhochschule Wiener Neustadt
Technikum Wien
Donau Uni Krems
Hochschule Esslingen
Fachhochschule Ludwigshafen
Uni Oldenburg
Universität St. Gallen
Fernfachhochschule Schweiz