DT145: 5 Kreativitätstechniken, die ihr unbedingt kennen solltet

Wie oft kommt es vor, dass Brainstorming sich wie eine totale Zeitverschwendung anfühlt? Dabei ist es so wichtig, neue Ideen zu finden. Nur kommt es nie dazu, wenn die gemeinsame Session dann aus Leute besteht, die zittern, und ein paar anderen, die nichts sagen. Das muss aber nicht sein :)

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Viel zu oft vergessen wir, dass der Schlüssel von guten Ideen zunächst in der Quantität liegt, nicht in der Qualität. Die Ideenfindung im Design Thinking ist immer eine Explorationsphase - es ist also wichtig, für alle Ideen und Möglichkeiten offen zu sein. Probleme entstehen, wenn Teammitglieder glauben, dass sie die guten Ideen aus den Nicht-so-guten herausfiltern müssen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Leute glauben, dass es nur einen Weg geben kann: eine offene Diskussion in einem Besprechungsraum mit allen Beteiligten. Dieses Vorgehen ist nicht unbedingt falsch, aber sie führt zu einigen Nachteilen. Zum Beispiel werden oft die ersten Ideen, die besprochen werden, präferiert und sich darauf versteift. Um das zu verhindern, haben wir hier ein paar Tipps aus unserem Design-Thinking-Alltag:

1. Brainwriting

Das allgemeine Prinzip dieser Technik besteht darin, die Ideengeneration von der eigentlichen Diskussion zu trennen. Der Moderator erklärt dem Team das Thema. Danach schreibt jeder seine Ideen für sich auf. Das hilft, Denkblockaden zu beseitigen und ermutigt, die eigenen Ideen auszusprechen.
Wenn die Menschen keine Ablenkung haben und vor allem nicht von der Meinung anderer beeinflusst werden, entstehen Ideen, die sonst nicht entwickelt werden könnten.

2. Perspektivwechsel

Was würde der Kunde in dieser Situation handeln machen? Oder was würde ein Unbeteiligter über ein bestimmtes Thema sagen? Mit dem Perspektivwechsel denkst du gezielt darüber nach, wie jemand wie anderer - z.B. der Chef, eine Berühmtheit oder Superman - in dieser Situation handeln würde. Versetze dich dazu in den anderen hinein und präsentiere die neuen Möglichkeit. Diese Technik funktioniert am besten in Teams, die oft in Projekten zusammenarbeiten.

3. Online Brainstorming (Brain-Netting)

In diesen Tagen sind virtuelle Teams immer wichtiger. Aber E-Mails sind keine geeigneten Kollaboration-Tools zum Gruppen-Ideen-generieren. Sicher, Ideen können hin und her besprochen werden, aber gerade dann wird die Suche nach einer bereits genannten Idee in dem ganzen Wirr-warr schwierig bis unmöglich. Sammle lieber die Ideen in einer Art Ideenordner. Auf diese Weise werden alle Gedanken an einer zentralen Stelle archiviert und können problemlos referenziert werden.

Ein Online-Mind-Mapping-Tool, das wir gerne verwenden, ist bubbl.us. Dort können ganz spezifische Fragen beantwortet oder einfach Ideen generiert werden. Hier könnt ihr ein Board für diese Episode ausprobieren.

4. Speed Brainstorming

Manchmal helfen Zeitbegrenzungen, Ideen schnell zu generieren, weil einfach die Zeit fehlt, um jede Idee zu zerpflücken und zu durchdenken. Mit dieser Technik braucht es im Voraus Informationen oder Fragen zum Thema, Budget, Deadline, etc. Danach wird eine Frist festgelegt, um so viele Gedanken oder Ideen rund um das Thema wie möglich zu teilen. Dabei geht es darum, dass niemand sich darum kümmern sollte, ob eine Idee gut oder schlecht ist. Die zeitliche Begrenzung kann je nach Komplexität Ihres Themas zwischen 1 bis zu 15 Minuten liegen. Diese Technik eignet sich gut für Teams, die dazu neigen, sich ablenken zu lassen, oder auch als eine Zeitlimitierung für Brainstorming-Sessions, die häufig länger als erwartet dauern.

5. Starbursting

Diese Form des Brainstormings konzentriert sich auf die Formulierung von Fragen und nicht auf Antworten. Starbursting fordert das Team heraus, so viele Fragen wie möglich über das eigentliche Thema zu finden. Ein einfacher Weg, um ein Meeting durchzuführen, ist, Fragen zu stellen, die mit “Was”, “Wo”, “Wann”, “Wie” und “Warum” beginnen. Dadurch werden alle Aspekte des Projekts angesprochen, bevor irgendeine Arbeit in die Umsetzung geht. Es ist eine gute Technik für Teams, die dazu neigen, bestimmte Aspekte eines Projekts zu übersehen und am Ende die Dinge in letzter Minute besprechen.

Vorteile einer Gruppen-Ideenfindung

Warum ist die Ideenfindung in einer Gruppe vorteilhaft? Es ist ein Weg, um Probleme zu lösen, indem sie eine Gruppendiskussion abhalten und Informationen oder Ideen sammeln, die durch eine spontane Teilnahme an der Diskussion selbst aufgekommen sind.

Hier sind ein paar Tipps:

  • Stelle von Anfang an das Ziel klar dar: Was wollen Sie eigentlich genau lösen? Welche Einschränkungen sind bereits gegeben? Was ist wichtig zu wissen?

  • Jeder bekommt ein explizites Mitspracherecht.

  • Gib den TeilnehmerInnen Zeit, ihre Ideen individuell zu durchdenken, bevor sie zusammenkommen, um zu diskutieren und zu arbeiten.

  • Stell Quantität über Qualität - gerade am Anfang.

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