DT135: Seien Sie bitte peinlich!

Die besten und kreativsten Ideen bekommen wir, wenn wir uns trauen, fernab des Trampelpfads zu denken. Wenn die Angst vor Peinlichkeiten abfällt und der Spaß Einzug hält, bekommt die ganze Ideenfindung eine vollkommen neue Dynamik.

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Zu oft hindert unsere Angst vor Peinlichkeiten daran, gute Ideen zu haben. Wir erlauben uns nicht, so zu sprechen, wie uns der Schnabel gewachsen ist, weil wir Angst haben, dass uns jemand auslachen könnte. Viel lieber gehen wir "auf Nummer sicher".

Diese Angst ist allgegenwärtig. Besonders in Kulturen wie in Europa, wo uns schon früh beigebracht wird, nur gute Ideen zu schätzen und alles zu vermeiden, was "falsch" und nicht der Norm entspricht. Aber die besten und kreativen Ideen entstehen dann, wenn wir die Möglichkeit des peinlichen Scheiterns annehmen und unsere Handlungen nicht in richtig oder falsch kategorisieren, sondern als ein Experiment.

Arbeiten Sie bewusst mit Peinlichkeiten. So entdecken Sie Neues. Immer Recht zu haben, ist auf Dauer auch extrem langweilig. Ihr Verstand wird so auch nicht herausgefordert, sondern schwimmen vielmehr in derselben alten Suppe.

Peinlichkeit löst Scham aus

Die meisten von uns hören von klein auf Aussagen wie "Was ist los mit dir? Kannst du nichts richtig machen? Du wirst niemals etwas erreichen!" Solche Behauptungen helfen niemanden weiter – sie erzeugen vielmehr ein Gefühl von Scham, das im Nu den Selbstwert und Kreativität erstickt.

Sich zu schämen ist als würde sich eine Decke über unser Gefühlsleben legen. Wenn wir traurig oder verletzt sind, sagt uns unsere Scham, dass es nicht in Ordnung ist, verwundbar zu sein und Trauer oder Tränen zu zeigen. Wenn wir Angst haben, warnt uns unsere Scham, dieses Gefühl ja nicht zu zeigen, um nicht als schwach angesehen zu werden. Keiner will, dass jemand anderer über ihn lacht, etwas sozial Unerwünschtes macht oder er gar aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen wird.

Damit wir uns nicht schämen müssen, distanzieren wir uns von peinlichen, schmerzhaften oder schwierigen Situationen. Wir fürchten die Aussicht auf Kritik und Isolation und versuchen herauszufinden, wer wir sein müssen, um gewollt und willkommen zu sein. Wir erschaffen ein Selbst, das schlau, unterhaltsam, schön, wohlhabend ist, um Respekt oder Zuneigung zu gewinnen. Leider bewegen wir uns während des Prozesses, dieses falsche Selbst zu polieren und vorzuführen, immer weiter weg von dem, wer wir wirklich sind.

Wie können wir die Schwierigkeit überwinden zu erkennen, dass es wichtig ist, peinlich zu sein, wenn wir kreativ sein wollen?

Denken Sie nicht zu viel darüber nach

Das Entdecken sollte immer zuerst kommen und darauf dann erst das Analysieren folgen. Wenn Sie diesen Rat befolgen, bleibt immer eine gewisse Ungewissheit, die unser innerer Kritiker nicht aushält. Genau von dieser Unsicherheit lebt Kreativität. Wenn wir das Ergebnis unserer kreativen Bemühungen immer bereits vorher wüssten, hätten wir wahrscheinlich keine Motivation, diese auch auszuleben.

Konzentrieren Sie auf Quantität statt auf Qualität

Schreiben Sie eine Liste von 10 Ideen auf. Es geht nicht darum, gute Ideen zu entwickeln oder irgendwelche Ideen umzusetzen, sondern einfach nur zu trainieren, Ideen zu haben. Normalerweise sind 3 oder 4 Ideen zu einem bestimmten Thema / Herausforderung ziemlich leicht zu finden, aber mit 7 oder 8 fühlt man wirklich, dass der Ideenmuskel ins Schwitzen gerät! Um zu diesem Idee-Ziel zu kommen, werden Sie unweigerlich auch einige schlechte und peinliche Ideen auf der Liste setzen müssen.

Generieren Sie bewusst peinliche und schlechte Ideen

Auch so trainieren Sie Ihren Ideenmuskel und haben vor allem eines: Viel Spaß in der Gruppe. Wenn Sie gemeinsam lachen und eine gute Zeit miteinander haben, sind Sie automatisch im Flow und kommen so auf wirklich gute Ideen.

Fazit

Ein wichtiger Schritt, um gute Ideen zu entwickelt, ist sich nicht mehr zu schämen und mit Freude peinlich zu sein. Peinlichkeiten gehören einfach zum Menschsein dazu.

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