DT119: Die 7 nervigsten Workshop-Teilnehmer

Mit der Moderation übernehmen Sie im Design Thinking Prozessverantwortlichkeit

Eine Design-Thinking-Jam-Session lebt von den Menschen, die ihre Ideen und Gedanken teilen. Nachdem dabei eben Personen aufeinandertreffen, die in den meisten Fällen auch sonst viel zusammenarbeiten, ist es gut, wenn Sie als Moderator sich auf die besonderen Persönlichkeiten, die dabei auftreten können, vorbereiten. In dieser Episode besprechen wir 7 typische TeilnehmerInnen, die in den Workshop schnell eine eigene Dynamik bringen können.

Anleitung: Den Podcast kostenlos abonnieren
Für Profis: RSS-Feed
Unterstützen Sie den Podcast mit einer Bewertung auf iTunes!

Die Moderation eines Design-Thinking-Workshops entspricht nicht der eines normalen Meetings. Nutzen Sie die Methode, um bewusst Impulse und gedankliche Exkurse zuzulassen. Das bedeutet vor allem, dass Sie als Moderator extrem gefordert sind. Sich einfach zurückzulehnen und die Diskussion sich selbst überlassen, ist dabei einfach keine Option. Im Gegenteil: Eine Design-Thinking-Moderation bedeutet vor allem, dass Sie das Vorgehen gut vorab strukturieren und ein waches Auge auf den Prozess haben.

Je nach Diskussionsverlauf ist der Moderator gefordert, Impulse zu geben und zu wissen, wann er/sie besser still sein sollte und wann er/sie den Workshopverlauf nicht durch unnütze Interventionen stören sollte. Wenn sich aber bei der Gruppendynamik etwas tut, ist allerdings der Moderator gefordert, schnell zu reagieren und zu intervenieren.

Eine echte Herausforderung ist in jedem Workshop, wenn sich in der Gruppe die verschiedenen Persönlichkeiten in ihrem Klischee abzuzeichnen beginnen. So besteht eine der wichtigsten Aufgaben eines Design-Thinking-Moderators darin, bewusst Verantwortung für den Prozess zu übernehmen. Das bedeutet, dass Sie sich darum kümmern müssen, dass die Zusammenarbeit der Gruppe sowohl von den Inhalten als auch von der atmosphärischen Seite her produktiv ist.

Im Laufe der Jahre bin ich auf verschiedene Meetingtypen gestoßen. Darauf aufbauend möchte ich Ihnen in diesem Artikel sieben Persönlichkeiten vorstellen, die es sich lohnt, näher zu betrachten. Denn je schneller Sie den einzelnen Typus als solchen entlarven, umso schneller können Sie auch dessen störendes Verhalten beenden.

Hier sind die nervigsten Leute, die Sie in einem Meeting treffen können - und Tipps, wie Sie damit umgehen.

1. Der Zuspätkommer

Der gewohnheitsmäßige Zuspätkommer sorgt in den meisten Fällen für extreme Ablenkung. Vor allem, wenn es sich um einen chronisch Zuspätkommer handelt, ist es sinnvoll, seine Störung so gut es geht zu ignorieren. Belohnen Sie vor allem das Verhalten nicht, indem Sie zuvor gegebene Informationen wiederholen. Bei Nachfragen wie: "Was habe ich verpasst?", können Sie gut antworten "Das hol bitte später nach." und machen Sie weiter. Sprechen Sie das Zuspätkommen in einem persönlichen Gespräch an, damit das nicht mehr vorkommt. Oft ist ihm oder ihr gar nicht bewusst, wie sehr diese Gewohnheit die Atmosphäre beeinflusst.

2. Der Multitasker

Dieser Störer hat viele Formen: er isst, schreibt, liest Mails, telefoniert etc. Alleine die bloße Anwesenheit einer solchen Person kann bereits für viel Ablenkung sorgen.
Gehen Sie schonungslos mit dem Multitasking um. Bitten Sie ihn oder sie, das Notebook für dieses Meeting zu schließen oder das Handy abzuschalten und weisen Sie daraufhin, wie respektlos dieses Verhalten ist kann. Schließlich haben sich alle Anwesenden bewusst die Zeit genommen, um gemeinsam zu arbeiten.

3. Der Zyniker

Der Zyniker ist schnell an verschiedenen Ticks zu erkennen: So murmelt er gerne, schüttelt den Kopf oder rollt mit den Augen. Oft sind es Personen, die schon lange im Unternehmen sind und die glauben, dass sie alles gesehen haben und dass kein neuer Ansatz erfolgreich sein wird.

Der Umgang mit dem Zyniker ist nicht einfach. Versuchen Sie, den Zyniker die Grenzen aufzuzeigen und achten Sie darauf, dass er/sie keinen anderen stört und vor allem ansteckt. Beim Murmeln ist es gut, dieses Verhalten laut anzusprechen wie "Wenn du Einwände hast, sprich diese bitte laut aus, damit wir sie in der Runde diskutieren können.“

4. Der Gegenspieler

Der Gegenspieler unterscheidet sich von dem Zyniker meistens in dessen Motivation. Während der Zyniker von Desillusionierung getrieben wird, spürt der Gegenspieler oft eine innere Wut. So kann es manches Mal auch sein, dass der Gegenspieler der Meinung ist, er oder sie sollte eigentlich das Meeting leiten oder dass die eigene Abteilung zu wenig Aufmerksamkeit bekommt oder dass ein Projekt abgelehnt wurde. Dieser Ärger manifestiert sich durch ständige Einwände und Fragen.

Beschäftigen Sie sich mit dem Gegenspieler, indem Sie während des Workshops bewusst nach den Gründen fragen. Sagen Sie zum Beispiel "Es tut mir leid, dass dein Projekt abgelehnt wurde. Aber nun ist es unsere gemeinsame Aufgabe, dieses Projekt erfolgreich abzuschließen." Oder: "Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du wütend bist. Stimmt das?"

5. Der Herumschwafler

Den Teilnehmern zu erlauben, herumzuschwafeln und Gesagtes ständig zu wiederholen, ist einer der Gründe, warum Leute Meetings hassen. Die meisten Herumschwafler wissen allerdings gar nicht, was sie tun.

Es gibt zwei bewährte Möglichkeiten, das Gespräch wieder konstruktiv zu bekommen: 1. Schneiden Sie ihm das Wort ab und lenken Sie behutsam das Gespräch wieder zurück. Sagen Sie zum Beispiel "Danke für diesen Gedanken. Mal sehen, was andere denken." 2. Rufen Sie gezielt andere Teammitglieder auf, um diese sprechen zu lassen, anstatt alle sprechen zu lassen.

6. Der Besserwisser

Fachwissen ist in jedem Meeting willkommen, aber in Kombination mit Arroganz kann es schnell unangenehm werden. Ihre Herablassung und ihre Engstirnigkeit bringt so gut wie jede Diskussion zum Stillstand.

Beschäftigen Sie sich mit ihm oder ihr, indem Sie die Versuche, eine Debatte zu gewinnen, gezielt übergehen. Sagen Sie so etwas wie "Ich weiß deine Erfahrung zu schätzen. Aber ich denke, es ist wichtig zu hören, was andere denken.“

7. Der schwache Moderator

Wenn der Moderator die Kontrolle über einen Workshop nicht übernimmt, entgleist es schnell. Wenn Sie als Teilnehmer das wahrnehmen, sollten sehen Sie das außerhalb des Treffens ansprechen und Ihre Hilfe anbieten. Sie können auf das Verhalten eines Teilnehmers hinweisen, das Ihrer Meinung nach ein Problem verursacht, und dann eine Technik vorschlagen, um damit umzugehen. "Um die Meetings pünktlich zu halten, sollten wir vielleicht die Zusammenfassung für die Nachzügler überspringen", oder "Können wir eine Keine-Essens und Handyverbot-Politik für dieses Treffen einführen? Ich denke, das wäre für alle produktiver."

Fazit

Wenn Sie eine typische Führungskraft sind, verbringen Sie bis zu 80 Prozent Ihrer Zeit in Meetings und Ihre Mitarbeiter nehmen an ca. mehr als 60 Meetings pro Monat teil. Sie sind es sich selbst schuldig, diese Zeit so produktiv wie möglich zu gestalten. Ihr gesamtes Team wird Ihnen danken.

Weiterführende Links