DT112: Die Phasen der Teambildung

Forming, Storming, Norming und Performing

Sie können nicht erwarten, dass ein neues Team beim ersten Zusammentreffen bereits gut zusammenarbeitet. Denn die Bildung eines Teams braucht Zeit. Die Mitglieder durchlaufen oft verschiedene Phasen, wenn sie sich zu einer gemeinsamen Gruppe mit gemeinsamen Zielen entwickeln. Bruce Tuckmans Modell "Forming, Storming, Norming und Performing" beschreibt diese Phasen.

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Über das Modell

Der Psychologe Bruce Tuckman kam in einem Artikel 1965 zum ersten Mal auf die Begriffe "forming, storming, norming und performing". Damit hat er einen Weg beschrieben, den die meisten Teams auf dem Weg zu Höchstleistungen verfolgen. Später fügte er eine fünfte Stufe hinzu, "Adjourning".

Die Phasen im einzelnen

1. Forming

In dieser Phase sind die meisten Teammitglieder freundlich und positiv gestimmt. Einige sind unsicher, da sie nicht ganz verstanden haben, welche Arbeit das Team leisten soll. Andere sind einfach aufgeregt wegen der bevorstehenden Aufgabe.
Führungskräfte spielen in dieser Phase eine wichtige Rolle, da die Rollen und Verantwortlichkeiten der Teammitglieder noch nicht klar sind. Diese Phase kann einige Zeit dauern, bis die Leute anfangen, zusammenzuarbeiten und sich bemühen, ihre neuen Kollegen kennenzulernen.

2. Storming

In der nächsten Phase kommt das Team in die Phase, in der die Leute beginnen, gegen die Grenzen anzukämpfen, die in der vorherigen Phase festgelegt wurden. In diesem Stadium versagen viele Teams.
Storming beginnt oft dort, wo ein Konflikt zwischen den natürlichen Arbeitsstilen der Teammitglieder besteht. Menschen können aus verschiedenen Gründen auf unterschiedliche Weise arbeiten, aber wenn unterschiedliche Arbeitsstile unvorhergesehene Probleme verursachen, frustriert das die Menschen.

Storming kann aber auch in anderen Situationen passieren. Zum Beispiel können Teammitglieder die Autorität der Führungskraft anfechten oder nach Position kämpfen, wenn ihre Rollen geklärt sind. Oder, wenn Sie nicht klar geklärt haben, wie das Team zusammenarbeiten wird, können sich die Leute von ihrer Arbeitsaufgabe überfordert fühlen, oder sie können sich unwohl fühlen.
Einige stellen auch den Wert des Ziels des Teams in Frage oder wollen keine Aufgaben übernehmen.

Teammitglieder, die bei ihrer Aufgabe bleiben, erleben Stress, vor allem, wenn sie nicht die Unterstützung etablierter Prozesse  erleben.

3. Norming

Allmählich bewegt sich das Team in die Norming-Stufe. Dabei beginnen die Menschen, ihre Differenzen zu lösen, lernen die Stärken der Kollegen zu schätzen und respektieren die Autorität der Führungskraft.
Da sich nun die Teammitglieder besser kennen, beginnen sie sich miteinander zu unterhalten und sie bitten sich gegenseitig um Hilfe und konstruktives Feedback. Die Leute entwickeln ein stärkeres Engagement für das gemeinsame Teamziel. Erste Fortschritte sind zu sehen.

Es gibt oft eine längere Überschneidung zwischen Storming und Norming, denn wenn neue Aufgaben auftauchen, kann das Team beim storming zurück in das Verhalten zurückfallen.

4. Performing

Das Team erreicht die Performing-Phase, in der harte Arbeit reibungslos zur Zielerreichung des Teams führt. Die eingerichteten Strukturen und Prozesse unterstützen das gut.
Führungskräfte können einen Großteil der Arbeit delegieren und sich so auf die Entwicklung von Teammitgliedern konzentrieren. Es fühlt sich einfach an, in diesem Stadium Teil des Teams zu sein, und Leute, die beitreten oder gehen, werden die Teamleistung nicht stören.

5. Adjourning

Viele Teams erreichen diese Stufe früher oder später. Zum Beispiel Projektteams, die nur für einen festen Zeitraum existieren. Teammitglieder, die Routine mögen oder enge Arbeitsbeziehungen zu Kollegen aufgebaut haben, können dieses Stadium als schwierig empfinden, insbesondere wenn ihre Zukunft unsicher erscheint.

Fazit

Die einzelnen Phasen können wiederholt durchgemacht werden. Zum Beispiel dann, wenn ein neues Teammitglied in ein bestehendes eintritt oder es eine Änderung der Aufgabenstellung gibt.

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