Im Laufe der Zeit haben sich eine Menge an Fragen gesammelt, die wir an dieser Stelle gerne beantworten. Wenn Ihre Frage nicht dabei ist, melden Sie sich doch einfach - und wir sprechen gemeinsam darüber.

Hier sind die original Fragen. Bitte einfach auf das "+" klicken, um sie zu öffnen.

+ Was ist der Unterschied zwischen Design Thinking und anderen Methoden?

Design Thinking ist eine bewährte und wiederholbare Problemlösung Methode, die Sie in jedem Unternehmen einsetzen können, um außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen. Design Thinking ist ein iterativer Prozess, der im Mittelpunkt den Menschen stellt, und der sich mindestens genauso lange mit dem eigentlichen Problemfeld wie mit der Lösung beschäftigt.

+ Ich bin Student/In und bräuchte Ihre Unterstützung. Können Sie mir kurz helfen?

Ich freue mich, dass es so reges Interesse an dem Thema Design Thinking und meiner Arbeit gibt. Das ist großartig! Aus zeitlichen Gründen unterstütze ich ausnahmslos keine universitären/wissenschaftlichen Arbeiten. Alles, was ich über mein Thema zu sagen habe, steht in meinen Büchern, auf dieser Website, ist hörbar und sichtbar. Bitte schicken Sie uns diesbezüglich keine Anfragen!

+ Ich organisiere für einen Verein, Arbeitsgruppen etc. Treffen und würde Sie gerne zu dem Thema Design Thinking einladen, einen Vortrag oder Workshop zu halten.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir unser Wissen und unsere Arbeit nicht kostenfrei anbieten können. Uns liegt das Thema und Qualität am Herzen, deswegen knien wir uns mit all unserer Energie in jeden Workshop, jedes Projekt, jeden Vortrag voll rein. Das kostet nicht nur viel Zeit, sondern bedeutet, dass wir an anderer Stelle diese Energie nicht einsetzen können.

+ Sucht Ihr Partner und Menschen, die eure Ideen und Vorgehen mitverbreiten?

Sie wollen Partner von uns werden oder uns in einem anderen Land vertreten? Sehr gerne! Wir suchen immer wieder nach Menschen, die unsere Werte teilen und mit denen wir gemeinsam tolle Innovationen in die Welt bringen können. Voraussetzung ist neben den gleichen Werten auch die Masterausbildung. Damit wir alle ein gemeinsames Verständnis haben.

+ Was ist eine "Jam Session"?

Jam kommt aus dem Englischen und bedeutet „improvisieren“, eine Session ist eine „Sitzung“ bzw. „Veranstaltung“. Gemeint ist ein zwangloses Musizieren von Musikern, die sonst nicht in einer Band zusammenspielen. Genauso wie im Jazz werden in Unternehmen Jam Sessions gemacht, um neue Erkenntnisse zu fördern und lernen zu beschleunigen. Jazz Musiker spielen eine Art "aktives Experimentieren" - sie folgen ihren Ahnungen und bauen auf den Ideen anderer auf. Jam Sessions finden in offenen und kollaborativen Umgebungen in einem Team statt. Verschiedenen Spezialisten von verschiedenen Instrumenten und mit verschiedenen Hintergründen treffen auf Menschen mit verschiedenen Vorlieben, Stilen und Expertenlevels zusammen - wie im Design Thinking.

+ Kann Design Thinking gemeinsam mit agilen Methoden der Softwareentwicklung genutzt werden?

Scrum und Design Thinking schließen sich meinem Empfinden nach nicht aus, sondern ergänzen sich vielmehr. Scrum wird in der Softwareentwicklung genutzt, während ich Design Thinking in vielen verschiedenen Problemsituationen einsetze. Beide Methoden lieben interdisziplinäre Teams und haben ein iteratives Vorgehen.

+ Bei welchen Fragestellungen funktioniert Design Thinking nicht?

Design Thinking ist erstaunlich vielfältig, aber kein Allheilmittel. Überall dort, wo Sie bereits eine bestimmte Lösung einsetzen wollen/müssen/sollen, funktioniert Design Thinking nicht. Der Prozess erfordert nämlich vor allem eines: Ergebnisoffenheit.

+ Welche Voraussetzungen müssen für Design Thinking gegeben sein?

Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung habe ich aus der Vielzahl der Projekte ein paar wesentliche Gemeinsamkeit gefunden, die bei jeder erfolgreichen Umsetzung vorhanden sind. Daraus habe ich eine entsprechende Methode entwickelt und patentiert, das sogenannte 4x4 Design Thinking®.

  • 4 Faktoren des Mindsets: Offenheit, Empathie, Kommunikation, systemisches Denken
  • 4 Faktoren des Umfelds: multidisziplinäre Zusammenarbeit, Raum, Methoden und Projektauftrag
  • 4 Phasen des Prozesses: Empathie aufbauen, Definieren, Ideen entwickeln, Experimentieren und Testen
  • 4 Faktoren der Einführung: Kick-off-Meeting, Design Thinking Session (gemeinsam), Training, Design Thinking Session (durch Coachee)

+ In der Literatur tauchen mal sieben oder mal fünf Phasen auf. Sie Bauen auf eine spezielle Methode mit 4 Schritten auf. Welches Modell stimmt nun?

Design Thinking ist für mich mehr als ein Prozess, es ist ein Mindset, um auf kreative Art und Weise Lösungen für komplexe Probleme zu finden. Wichtig ist zu erkennen, dass das richtig ist, was für Sie in der jeweiligen Situation am besten funktioniert. Trotz einiger Unterschiede gibt es aber einen gemeinsamen Konsens über die verschiedenen Schritte und deren Ergebnisse:

  • Verstehen Sie das Problem und bauen Sie Empathie zu Ihren Nutzern auf: Tauchen Sie in das Problemfeld ein und erarbeiten Sie sich ein erstes Verständnis über das Problem. Beginnen Sie damit, Menschen in ihrem Umfeld zu beobachten, sie an ihrem Arbeitsplatz zu besuchen, um so ein tiefes Verständnis für sie aufzubauen.
  • Interpretation der Ergebnisse: Um Ihre Fragestellung gegebenenfalls anzupassen.
  • Generieren Sie Ideen: Versuchen Sie in Brainstorming-Sitzungen so viele Ideen wie möglich zu erzeugen und den Lösungsraum zu erweitern.
  • Prototyping, Experimentieren und Testen: Das Erstellen von Prototypen und Feedback einholen, grenzt Ihren Lösungsraum wieder ein. Indem Sie die Lösungen dann testen, können Sie das Ergebnis verfeinern und verbessern.

+ Was sagen Sie zum agilen Manifest?

Design Thinking deckt sich zu 100% mit folgenden Sätze aus dem agilen Manifest:

  • Individuals and interactions over processes and tools
  • Customer collaboration over contract negotiation
  • Responding to change over following a plan

+ Ich würde gerne mit Ihnen kooperieren.

Ich lebe Design Thinking mit Haut und Haaren. Diese Begeisterung teile ich gerne überschwänglich in meinen Büchern, auf der Bühne, im Web und mit den Menschen, denen ich begegne. Ich freue mich, dass es so viele Menschen gibt, die meine Arbeit schätzen und viel "Synergiepotenzial" sehen. Aber: Wir haben beschlossen, dass wir nicht kooperieren. Wir arbeiten nur ganz selten mit ganz wenig handverlesenen Unternehmen zusammen und auch nur dort, wo wir damit wirklichen Mehrwert für unsere Kunden erreichen können. Wenn Sie sich diesbezüglich melden wollen, dann bitte nur mit einer ganz konkreten Idee und Vorstellung. Sich einfach mal zu treffen und zu plaudern schaffe es rein zeitlich einfach nicht. Ich arbeite extrem gerne und extrem viel. Nur dann kann ich Wissen weitergeben und dabei helfen, die Welt für uns alle ein wenig besser zu gestalten. Deswegen ziehe ich die Arbeit in den meisten Fällen sehr gerne vor.

+ Verwendest Du wirklich Lego?

Wenn es in der jeweiligen Situation passt, natürlich. Gerade bei der Verwendung von simplen Materialien wie Lego sollten wir das Wort „todernst“ aus unserem Sprachgebrauch streichen und Bedenken überwinden. Lassen Sie Ihr inneres Kind raus: Das weiß, was es bedeutet, kreativ zu sein und Freude am Spiel zu haben.

+ Machen Sie wirklich nur Design Thinking Beratung?

Malcolm Gladwell hat in seinem Buch „Überflieger“ die Idee der 10.000 Stunden-Regel besprochen. Darin zitiert er u.a. Studien von K. Anders Ericsson, die belegen, dass Sie mindestens 10.000 Stunden in Ihrem speziellen Feld zum Üben und Praktizieren brauchen, um wirklich gut darin zu sein.

Ich habe für mich mit Design Thinking eine wunderbare Möglichkeit gefunden, vielfältige Probleme zu lösen und unterschiedliche Menschen und Aufgaben kennenzulernen. Das erfüllt mich und macht mir große Freude und viel Spaß. Deswegen stecke ich meine ganze Zeit und Energie in die Fähigkeit, meine Design Thinking Kenntnisse zu verbessern, neue Methoden zu entwickeln und andere von Design Thinking zu begeistern. Das Leben ist zu kurz, um einen Bauchladen aufzumachen. Deswegen gibt es hier und bei mir nur Design Thinking. Nichts anderes, der Name ist Programm. Punkt.

+ Was sind Mögliche Fragestellungen in der Praxis?

  • Wie motivieren wir unsere Mitarbeiter, ihr eigenes Wissen über ihre Arbeit weiterzugeben und anderen zugänglich zu machen?
  • Wie gestalten wir für unsere Kunden ein positives Erlebnis mit unserem Produkt/Service?
  • Wie können wir das Einkaufserlebnis von älteren Menschen in Supermärkten verbessern?
  • Wie können unsere Räume ansprechender für die interne Kommunikation gestaltet werden?
  • Wie können wir die Bedürfnisse unserer Kunden besser verstehen und erfüllen?
  • Wie wird unser Unternehmen für Kunden/Mitarbeiter attraktiver?
  • Was erwarten unsere Kunden von morgen?
  • Was bindet Kunden bei langen Laufzeitverträgen?
  • Wie kann unsere Marke besser positioniert werden?
  • Wie kann der Kontakt unserer Bürger mit der Stadt vereinfacht werden?
  • Wie sieht eine moderne Lösung für unseren Preiskatalog aus?
  • Wie können wir die Informationsübergabe zwischen Vertrieb und Produktion verbessern?
  • Wie verbessern wir die Kommunikation zwischen Innen- und Außendienst?
  • Wie schaffen wir es, im Projektgeschäft die strategischen Ziele des Unternehmens besser zu berücksichtigen?
  • Wie können wir Rechnungen zeitgemäß zustellen und dabei auch noch Kosten sparen?

+ Wie bist du selber zu Design Thinking gekommen?

Mich haben schon immer Menschen interessiert und deren Verhalten vor allem fasziniert. Das ist im Laufe meiner Tätigkeit als Unternehmensberaterin nur stärker geworden. Gleichzeitig habe ich bemerkt, wie viel Chancen darin liegen, wenn wir uns zuerst auf das eigentliche Problem besinnen und uns nicht auf die erstbeste Lösung stürzen. Design Thinking vereint genau dieses Denken für mich.

+ Wie ist Design Thinking entstanden?

Im Jahr 1969 hat der Sozialwissenschaftler Herbert A. Simon das Buch “The Sciences of the Artificial” geschrieben. Simon gilt als einer der einflussreichsten Sozialwissenschaftler des zwanzigsten Jahrhunderts und hat als Gründungsvater viel Vorarbeit bei mehreren der heute wichtigsten Bereichen der Wissenschaft wie der künstlichen Intelligenz, Informationsverarbeitung, Aufmerksamkeitsökonomie, Organisationstheorie, komplexe Systeme und Computersimulation geleistet. Sein Interesse galt vor allem der Kreativität und Innovation bei Entscheidungsfindungen und Problemlösungen. Dazu hat er drei Etappen der rationale Entscheidungsfindung ausgedacht: Intelligenz, Design, Auswahl (IDC).

Aufbauend auf Herbert A. Simon Arbeit schrieb Robert McKim 1973 das Buch “Die Erfahrungen in Visual Thinking”. Das Buch konzentriert sich auf die Art und Weise wie Wahrnehmungsdenkvermögen genutzt und verbessert werden kann - und wie mächtig diese Fähigkeiten sind, um die Welt zu verbessern und Ideen und Dinge zu verändern.

Schließlich erweiterte Rolf Faste in den 1980er Jahren in Stanford McKims Arbeit und erfand den Begriff “Design Thinking” als Methode des kreativen Handelns. In seiner einfachsten Form ist Design Thinking “eine formale Methode zur praktischen, kreativen Lösung von Problemen oder Fragen, mit der Absicht, eine bessere Zukunft herbeizuführen.” Es ist eine Methodik für die Verwirklichung Ihrer Ideen und Konzepte.

+ Wieso heißt es Design Thinking? Muss ich kreativ sein und zeichnen können?

Eine der häufigsten Fragen lautet, ob Sie grafisch oder kreativ begabt sein müsste, um Design Thinking anwenden zu können. Kurz und knackig: Nein. Der Begriff „Design Thinking“ setzt sich aus dem Wort „Design“ (lateinisch designare, also bezeichnen, gestalten) und dem Wort „think“ (lateinisch cogito, das für „überlegen und berücksichtigen“ steht) zusammen. Design Thinking ist also die Art zu denken, um durch die Befolgung einzelner Schritte ein Problem zu lösen. Nehmen wir ein Bild, um das zu verdeutlichen: Wenn wir Design Thinking als Busfahrt sehen, wäre das Mindset die Straße, an der wir entlangfahren. Ab und an halten wir an Stationen an, die die einzelnen Phasen repräsentieren, bis wir zum Ziel kommen.