Wollen Sie produktiver sein? Dann hüten Sie sich vor diesen 6 Gewohnheiten!

Der Autopilot in uns hat eine wichtige Aufgabe: Er bewahrt uns davor, dass wir uns in Nebensächlichkeiten verlieren. Blöd nur, dass eben jener Autopilot nicht zwischen gut oder schlecht, richtig oder falsch unterscheiden kann. Noch dazu gibt es kaum etwas Schwierigeres, als Gewohnheiten abzulegen. Denn je öfter wir Handlungen wiederholen, desto stärker sind sie im Gehirn verankert und mit den auslösenden Reizen verknüpft. Umso mehr Kraft erfordert es, um auf altbekannte Reize anders als gewohnt zu reagieren. Mark Twain sagte dazu "Eine schlechte Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen. Man muss sie die Treppe runterboxen, Stufe für Stufe".

Nun verursachen einige schlechte Gewohnheiten mehr Ärger als andere. Sie bremsen uns aus, verringern die Leistungsfähigkeit und führen dazu, dass wir weniger kreativ sind. Peter Drucker soll einmal gesagt haben, dass viel Zeit damit verbracht wird, Menschen beizubringen, was sie tun sollen. Dabei wäre es seiner Meinung nach wichtiger zu sagen, womit sie besser aufhören sollen. Statt jemanden aufzufordern, aufmerksamer zuzuhören, ist es für denjenigen hilfreicher, sie oder ihn darauf hinzuweisen, dass die Aufmerksamkeit ganz von alleine steigen wird, wenn er oder sie damit aufhört, mit den Smartphones zu spielen während andere sprechen.

6 altbekannte Übeltäter

Belohnungsstoffe, die unser limbisches System bei ritualisierten Handlungen aussendet und diese so auch stärken, machen es uns schwierig, Gewohnheiten zu ändern. Deswegen ist es wichtig, dass Sie sich nach und nach von lästigen Angewohnheiten trennen, nicht zu viel von sich selbst erwarten und die Ziele erreichbar setzen. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich bewusst überlegen, mit welchen Gewohnheiten Sie zuerst brechen möchten.

Im Folgenden finden Sie 6 schlechte Gewohnheiten, die vor allem die Produktivität (und gute Laune) ausbremsen.

1. Perfektionismus. Die meisten erfolgreichen Innovateure, die ich kenne, verbringen unzählige Stunden damit, ihre Ideen auszuprobieren und daran zu tüfteln. Manch einer entwickelt aus seiner Idee sogar einen fertigen Prototyp, auch wenn es klar ist, dass dieser niemals als fertiges Produkt das Licht der Welt erblicken wird. Trotzdem tut er das, weil er weiß, dass Ideen Zeit brauchen, um sich voll und ganz zu entfalten.
Menschen neigen dazu stehenzubleiben und zu erstarren, wenn es eigentlich Zeit ist, loszugehen und einfach zu machen. Wir haben viel zu viel Angst davor, dass unsere Ideen nicht perfekt bzw. nicht mal besonders gut sind. Wir haben Angst vor Ablehnung, Dabei können Sie nie etwas Großartiges produzieren, wenn Sie nicht irgendwo anfangen und Ihren Ideen Zeit und Gelegenheit geben, sich zu entwickeln.

2. Mails ständig abrufen und sofort beantworten. Wir leben in einer Welt, die den Anschein erweckt, wir müssten jederzeit immer für jeden erreichbar sein. Laut einer Studie der Arbeiterkammer sind 70 Prozent der Befragten permanent erreichbar - egal, ob in der Freizeit, im Urlaub oder sogar im Krankenstand. Genau diese ständige Erreichbarkeit macht vor allem eines: krank und unproduktiv.
Versuchen Sie doch mal, einen Termin zu setzen, wann Sie täglich Ihre Mails bearbeiten oder schalten Sie bewusst Ihr Mailprogramm ab, wenn Sie an etwas arbeiten. Lassen Sie nicht zu, dass Ihre E-Mails sich zu einer Quelle ständiger Unterbrechung entpuppen.

3. Mit dem Smartphone oder Tablet ins Bett. Mir selbst war es die längste Zeit nicht bewusst, dass ich aktiv meinen Schlaf und damit meine Produktivität schädige, wenn ich im Bett am Smartphone oder Tablet lese. Kurzwelliges blaues Licht spielt nämlich eine wichtige Rolle für unser Energieniveau, unsere Stimmung und vor allem unsere Schlafqualität: Am Morgen enthält das Sonnenlicht hohe Konzentrationen dieses blauen Lichts, das die Produktion des Schlafinduzierenden Hormons Melatonin stoppt und automatisch den Geist wacher macht. Am Nachmittag verlieren die Sonnenstrahlen ihr blaues Licht, wodurch der Körper wieder Melatonin produziert und wir müde werden. Bis zum Abend erwartet unser Gehirn kein blaues Licht. Die meisten unserer Lieblingsgeräte am Abend - Laptops, Tablets, Fernseher und Smartphones - senden aber genau dieses kurzwellige, blaue Licht. Im Falle des Tablets und Smartphones sind diese Strahlen sogar besonders hell und landen direkt in unserem Gesicht. Das bringt die Melatoninproduktion durcheinander und beeinträchtigt sowohl unser Ein- als auch das Durchschlafen. Und jeder, der schon mal eine schlechte Nacht hatte, weiß, wie katastrophal sich schlechter Schlaf auf die eigene Produktivität auswirkt...

4. Meetings. Meetings dienen nicht nur dem Informationsaustausch oder der Entscheidungsfindung, sondern auch der Lösung von Problemen. Sie sind ein wirkungsvolles Mittel, um Ideen zu fördern. Trotzdem haben Besprechungen den Ruf, in den meisten Fällen überflüssig oder gar ineffizient zu sein. Denn neben Nerven und Zeit kosten sie auch viel Geld. So wird mit der kostbaren Zeit der Mitarbeiter fast fahrlässig umgegangen: Einer Umfrage zufolge hat ein durchschnittlicher Arbeitnehmer 6 Meetings pro Woche, bei Managern erhöht sich die Zahl auf 11. Ein Grund dafür liegt darin, dass die Anzahl der Projekte gestiegen ist und damit auch die Notwendigkeit an einem persönlichen Austausch.
Wenn Sie ein Meeting angesetzt haben, klären Sie gleich zu Beginn die Agenda, das Ziel und den Zeitplan. Setzen Sie klare Grenze, die auch die anderen dazu anhalten, motiviert, zielgerichteter und effizienter zu sein.

5. Zielloses Surfen im Internet: Die Forschung zeigt, dass es bis zu 25 Minuten dauert, bis wir nach einer Unterbrechung mental wieder zur ursprünglichen Aufgabe zurückfinden. Nun ist es so, dass konzentriertes Arbeiten zu einem euphorischen Zustand erhöhter Produktivität führt - auch bekannt unter dem Begriff Flow. Und dieser Flow macht uns bis zu fünfmal produktiver.
Wenn Sie also demnächst wieder mal ein Jucken in den Fingern verspüren sollte, widerstehen Sie der Verlockung mal kurz herumzuklicken, auf einer Plattform zu surfen oder sich den Spielstand einer Sportveranstaltung anzusehen. Bedenken Sie, dass Sie so ganz schnell aus dem Flow kommen und etliche Zeit brauchen, um wieder hineinzukommen.

6. Multitasking. Multitasking ist ein echter Produktivitätskiller (lesen Sie hier meinen Artikel dazu). Das Problem dabei ist, dass beim Multitasking die Konzentration abwechselnd auf verschiedenen Dingen liegt. Das führt letztlich dazu, dass sich unser Gehirn im ständigen Wechsel zwischen den Prioritäten befindet. Dadurch können Sie gar nicht richtig bei einer Sache sein, übersehen schnell bei allen Aufgaben etwas und können nicht fokussiert arbeiten.

Fazit

Wenn es um Produktivität geht, sind es oft die kleinen Dinge, die wirklich den Unterschied machen. Denn nichts sabotiert Ihre Produktivität mehr als schlechte Angewohnheiten. Diese sind heimtückisch: Ganz langsam schleichen sie sich in unseren Alltag und noch bevor wir sie bemerkt haben, haben sie bereits irreparablen Schaden angerichtet... Pausen sind wichtig, aber erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn wir sie bewusst einlegen. Achten Sie deswegen in den nächsten Tagen mal drauf, wann Sie wieder mal zwischendurch Mails checken, in einem unproduktiven Meeting sitzen oder ziellos im weltweiten Netz herumsurfen. Gehen Sie dann mental zurück an Ihre eigentliche Arbeit. Und genießen Sie das Gefühl, produktiv zu sein und effizient Aufgaben zu erledigen.