Warum Wissen über interkulturelle Kompetenz so wichtig für Ihren persönlichen Erfolg ist

Die Arbeitswelt wächst in ihrer Vielfalt immer enger zusammen. Viele meiner Kunden haben etliche Standorte im Ausland aufgebaut. Oder sie unterhalten zumindest irgendeine Art von Geschäftsbeziehungen auf anderen Kontinenten. Auch wenn keiner dieser beiden Fälle auf Sie zutrifft, so ist es doch sehr wahrscheinlich, dass Ihr heimisches Team aus Menschen unterschiedlichster Länder und/oder Kulturen besteht.

All diese Beispiele implizieren, dass die Bedeutung einer effektiven interkulturellen Kommunikation kaum überbewertet werden kann. Denn Kommunikation dient nicht nur als Ausdruck des kulturellen Hintergrunds, sondern spiegelt vor allem die eigene, kulturelle Identität wieder. Jede Identität - egal, ob beruflicher oder privater Natur - wird mehr oder minder durch den Prozess der Kommunikation geformt. Das bedeutet, dass die Identität auf dem Kommunikationsprozess beruht.

Sprache als Eckstein interkultureller Kommunikation

Die Unterschiede in der Kultur zeigen sich auf vielfältige Weise. Zum Beispiel ist die deutsche, kulturelle Auffassung von Zeit eine vollkommen andere als die der Italiener. Oder auch die passende Körpersprache ist ein gutes Beispiel. So ist die Auffassung, was bei einer Diskussion körperlich zu nahe ist, von Land zu Land eine andere.

Die meisten Personen, die sich intensiver mit Interkulturalität beschäftigen, sind sich aber einig, dass das wichtigste Element die Sprache ist. Sprachprobleme sind daher eine oft unterschätzte Quelle von Konflikten. Kein Unternehmen kann wettbewerbsfähig sein, wenn Mitarbeiter andere Mitarbeiter meiden, die sie nicht verstehen oder aufgrund von Sprachbarrieren als inkompetent empfinden. Das schlimmste daran ist, dass diese Einstellung sehr schnell vom Kunden wahrgenommen wird bzw. sich auf die Interaktion mit diesem übertragen kann.

Interkulturalität ist immer kontextabhängig

Interkulturalität ist ein kontextgebundenes Konzept, das per se keine eindeutige Bedeutung für alle haben kann. Unternehmen, die viel mit internationalen Teams arbeiten, ohne die kulturellen Annahmen zu beachten, haben es oft unnötig schwer.

Aber tiefgreifende Unterschiede in den Kommunikationsstilen können auch in den Funktionsbereichen eines Unternehmens gefunden werden. Auch diese müssen berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass das Unternehmen wirklich effizient arbeiten kann. Zum Beispiel haben Mitarbeiter in technischen Bereichen (Computer, Maschinenbau, etc.) oft einen anderen Bildungs- und Arbeitshintergrund, der sich erheblich von denen unterscheiden, die in "kreativen" Bereichen des Unternehmens arbeiten. Diese Unterschiede zeigen sich oft in den Kommunikationsformen, die die jeweiligen Abteilungen bevorzugen. So neigen gerade Ingenieure dazu, logischen Wegen zu folgen und analytisch Probleme zu lösen, während im Marketing eher der intuitive Weg gewählt wird. Das ist eine beständige Quelle möglicher Konflikte, dabei ist es eigentlich nur eine Frage des persönlichen Stils.

Viele Unterschiede zwischen diesen verschiedenen funktionalen Kulturen könnten durch proaktive Strategien, die solche Differenzen sichtbar machen, gelöst werden. Und das ist auch so wichtig, denn der heutige Markt, ist geprägt durch Schnelligkeit. Die Kunden verlangen, dass Unternehmen sehr schnell, flexibel und spontan agieren. Das wiederum bedingt eine akkurate Kommunikation mit sowohl dem Kunden als auch mit den Mitarbeitern. Schlechte Kommunikation führt zu einem Verlust der Motivation.

Wir leben in einer Zeit, in der die Interaktion mit Menschen aus verschiedenen Kulturen und Ländern unausweichlich ist. Dabei nehmen wir oft unsere eigene Kultur nicht wahr. Diese Wahrnehmung stellt aber sicher, dass wir die Welt nicht auf die gleiche Weise sehen oder auch nur die gleichen Dinge wertschätzen. Wir machen nicht die gleichen Annahmen oder verhalten uns auf die gleiche Weise. Ein jeder ist sicher, dass sein Weg der einzig richtige ist, denn er besteht ja auch auf gesundem Menschenverstand. Wenn andere anders handeln, führt das wiederum zu Angst und dem Gefühl, sich wehren zu müssen. Während Konflikte unvermeidlich sind, können sie verstanden, geformt, kanalisiert und so auch minimiert werden.

Wissen hilft bei Kommunikation

Wir sind gefordert, unser Verständnis von "ihrer" und "unserer Kultur" zu erweitern, und von dem, was passiert, wenn Kulturen aufeinanderprallen. Guter Wille alleine reicht an dieser Stelle nicht. Denn das Ziel sollte sein, ein wirkliches Verständnis von uns selbst und anderen zu fördern und spezifische Fähigkeiten zu erlernen, die uns helfen, andere kulturelle Sichtweisen zu verstehen und unsere eigenen zu überwinden.

Die Reise von kultureller Unwissenheit und oft unreflektierter Intoleranz führt über Verleugnung und Angst zur Abwehrhaltung, über naive "wir sind alle gleich" Denke bis hin zu Verständnis, Inklusivität und Wertschätzung. Es ist keine kurze oder einfache Reise - für niemanden. Und es ist eine Reise, die schwierige Gespräche und unbequeme Momente beinhaltet.

Wir müssen bewusst und konsequent jene bewährten Techniken lernen und anwenden, die ein größeres interkulturelles Verständnis und Empathie fördern. Wir müssen Zeit und Ressourcen finden, um interkulturelle Fähigkeiten zu vermitteln. Es ist für alle ein Prozess der Selbsterfahrung.

Fazit

Interkulturelle Kompetenz verlangt, dass wir das, was wir tun, überdenken und erweitern. Meine Erfahrung mit kulturell unterschiedlichen Teams hat mich davon überzeugt, dass wir grundlegend darüber nachdenken müssen, wie wir die Unterschiede zwischen Menschen zeigen und vor allem ein Umfeld entwickeln, in dem Höflichkeit und Kooperation die Norm ist. Das ist keine leichte Aufgabe. Aber die Zeit erfordert das von uns.