Von Ingrid Gerstbach

Sowohl bei der Arbeit als auch im Privatleben treffen wir täglich zigtausend Entscheidungen. Die meisten davon in einer Schnelligkeit, dass es uns gar nicht auffällt: Aufstehen oder liegen bleiben, Frühstück ja oder nein oder doch lieber eine zweite Tasse Kaffee. Eine Entscheidung führt zur nächsten. Und auch keine Entscheidung zu treffen, ist eine Entscheidung. Denn es ist letztlich die Wahl der Option, alles beim Alten zu lassen.

Entscheidungen fallen vor allem dann leicht, wenn die Alternative gewisse Vorteile hat. Schwierig wird es dann, wenn es keine beste Entscheidungsoption gibt. Dann kommen schnell Ängste vor negativen Konsequenzen auf. Gerade bei Innovationen geraten wir oft in Situationen, in denen wir blitzschnell entscheiden müssen, ohne es wirklich zu wollen. Und dass dann oft noch unter enormen Druck. Wie können Sie also am besten Entscheidungen treffen?

Zahlreiche Studien haben sich schon mit der Frage der richtigen Entscheidungsfindung auseinandergesetzt. Ein Fazit: Diejenigen, die Bauch und Kopf in ihre Entscheidung einfließen lassen, treffen bessere Entscheidungen, als diejenigen, die sich nur auf ihr Gefühl verlassen oder ausschließlich rational handeln.

Die folgenden Tipps sollen Ihnen dabei helfen, sowohl Ihr Bauchgefühl als auch Ihren Kopf bei Entscheidungen einzusetzen und daraus den für Sie passenden Weg und die für Sie richtige Entscheidung abzuleiten.

1. Stellen Sie Ausdauer und Dranbleiben über Bedauern

Nichts ist so schlimm wie eines Tages voller Bedauern zurückzuschauen und zu sagen "Wenn ich damals nur xy gemacht hätte." Denken Sie an all die Dinge, die Sie tun wollten, aber nie getan haben. Was haben Sie stattdessen gemacht? Meistens können wir uns daran nicht erinnern. Vielmehr ist die Zeit schonungslos dahin geronnen und was immer Sie getan haben, war es nicht einmal wert, dass Sie sich jetzt noch dran erinnern. Dafür denken wir darüber nach, wie es wäre, wenn wir uns doch für etwas entschieden hätten - die Reise, den neuen Job, die Trennung vom Partner.

Veränderung ist immer mit Ängsten und Schmerzen verbunden. Aber all das ist oft weniger schmerzhaft, als darüber nachzudenken, was niemals sein wird.

2. Sagen Sie bewusst Ja

Geht es Ihnen auch so, dass Sie sich öfters dabei ertappen zu sagen, dass Sie etwas versuchen wollen? Etwas zu probieren wiegt uns in Sicherheit. Denn wenn wir scheitern sollten, haben wir es zumindest versucht. Das lässt die Sache unverbindlich wirken. Sobald Sie aber sagen "Ja, ich werde es machen", ändert sich auch automatisch Ihre Perspektive. Was bisher unüberwindbar erschien, ist nicht mehr eine Frage des Zufalls, sondern der Anstrengung, des Ehrgeizes und der Zeit.

Wenn Sie also wirklich etwas erreichen wollen, sagen Sie nicht, dass Sie es probieren werden. Sagen Sie bewusst und aus Überzeugung, dass Sie es machen werden. Und halten Sie sich selbst beim Wort.

3. Seien Sie mutig!

Mutig zu sein bedeutet nicht, dass Sie keine Angst haben dürfen. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Mutige Menschen sind nicht furchtlos: Sie haben einfach etwas gefunden, was ihnen wichtiger ist als Angst.

Finden Sie bei Entscheidungen Gründe, die Ihnen wichtiger sind, als Ihrer Angst Zugeständnisse zu machen. Sobald Sie eine tiefere Bedeutung für etwas finden, finden Sie auch den Mut dazu. Sehen Sie Angst als einen wichtigen Teil der Herausforderung, die es zu überwinden gibt.

4. Machen Sie sich keinen Plan B

Backup-Pläne können dabei helfen, nachts besser zu schlafen. Aber Sie werden viel härter arbeiten, wenn Sie nur einen Plan A haben, der funktionieren muss - weil es keine andere Möglichkeit gibt. Ihr gesamtes Engagement - ohne Sicherheitsnetz - wird Sie dazu bringen, härter zu arbeiten, als Sie es sich vorgestellt haben. Sollte tatsächlich das Allerschlimmste eintreten und der Plan schiefgehen (wobei das Schlimmste meistens nie so schlimm ist, wie wir denken), dann vertrauen Sie darauf, dass Sie einen Ausweg finden werden. Solange Sie hart arbeiten und aus Ihren Fehlern lernen, werden Sie gewinnen.

5. Starten Sie los – Jetzt!

Es wird niemals den perfekten Zeitpunkt, den perfekten Partner, den perfekten Markt oder die perfekte Lage geben. Denn die richtige Zeit ist immer jetzt.

Natürlich sind Informationen wichtig. Aber Sie werden nie alle Informationen vor einer Entscheidung haben. Vielmehr hilft jede Erfahrung, die Sie nach einer Entscheidung machen, beim Wachstum. Und das führt wiederum dazu, dass Sie aufgrund der Entscheidung wiederum erfolgreicher werden. Lernen Sie aus jeder einzelnen Erfahrung und im Nu werden Sie alle Fähigkeiten, Kenntnisse und Informationen haben, die Sie brauchen.

Letztlich besteht Erfolg aus Erfahrungen: Es geht darum, einen Schritt nach den anderen zu setzen und immer - Stück für Stück - weiterzugehen. Je mehr Schritte Sie setzen, desto schneller kommen Sie vorwärts. Es gibt im Leben keine Garantie für Erfolg. Aber wenn Sie überhaupt keinen Versuch starten, werden Sie unter Garantie auch nicht vorwärtskommen und letztlich wirklich scheitern.

6. Lassen Sie los

Mit Bitterkeit, Groll und Eifersucht vergiften Sie immer nur eine Person: sich selbst. Das Leben ist viel zu kurz, um sich über all die Leute, die einen verletzt haben, oder die Gelegenheiten und Chancen, die versäumt haben, zu ärgern. Lassen Sie los und spüren Sie die Energie, die Sie dann haben werden, wenn Sie mit sich und anderen in Reinen sind.

Gewohnheiten schaffen Komfort. Aber Routinen sind der Feind von Innovationen

Manches Mal gibt es unglaubliche Chancen. Und trotzdem hält uns der Gedanke an das Risiko zurück. Wenn Sie diesen Gedanken haben, sich nicht bewegen zu wollen, dann sollten Sie sich erst recht bewegen. Denn dann werden Sie neue Routine entwickeln, neue Perspektiven schaffen und neue Träume leben.

Fehler zu machen, gehört zum Leben dazu. Die Angst zu Versagen hält uns aber davor zurück, großartige Dinge zu erleben. Egal, was passieren könnte, Sie haben die Chance, immer wieder aufzustehen und weiter zu gehen. Nach einem Sturz liegen zu bleiben, ist der sichere Tod. Ich wünsche Ihnen die Kraft, Entscheidungen zu treffen und den Mut, aus denen zu lernen, die sich als ungünstig erwiesen haben.