Von Ingrid Gerstbach

Daniel Düsentrieb hat die Latte hoch gelegt: Nur als Erfinder fließen einem die Einfälle so zu. Aber was tun, wenn man als Durchschnittskandidat an Ideenlosigkeit leidet? Die Antwort sind Post-its, Personas und literweise Wasser.

Es gibt sie: Einzelkämpfer, die ohne eine ganze Forschungsabteilung an Problemen tüfteln und Lösungen in verschiedenen Bereichen finden. Dafür braucht es neben einem Schöpfungswillen Papier, Schere, Stifte, Postits, jede Menge an Materialien, um umherschwirrende Ideen und Gedanken einzusammeln und sichtbar zu machen. Denn: Ordnung ist der Feind des Kreativen.

In kleinen Arbeitsgruppen wird dann losdiskutiert, argumentieret und ersten Prototypen Leben eingehaucht. Sätze wie "Das kann doch gar nicht klappen" sind hier nicht zu hören, sie haben Hausverbot. Eine der Grundregeln lautet nämlich: keine vorschnelle Kritik - alles ist möglich.

Das Prinzip hinter "Design Thinking" ist eigentlich ganz einfach und lautet: Dinge werden visualisiert, um die Welt mit den Augen des Nutzers zu sehen – "crazy" Ideen sind herzlich eingeladen. Denn wer außergewöhnliche Ideen haben will, muss sich auch mal erlauben, die Gedanken abschweifen zu lassen.

In Unternehmen ist das allerdings schwieriger: Der wirtschaftliche Druck steigt und ist bereits so groß, dass die Angst etwas zu erforschen und zu entwickeln, das womöglich im Papierkorb landen könnte, kreative und abseitige Ideen schnell im Keim erstickt. Dabei werden die besten Lösungen in einer angenehmen, lustigen und inspirierenden Gegend geboren.

Die meiste Schöpfungskraft wird aus anderen Disziplinen gezogen. Verteter von überall sind eingeladen, um den Horizont zu erweitern: die Sekretärin trifft auf den Hausmeister, der Germanisten auf den Informatiker, Philosophen auf Physiker – der Blick für Fachfremdes wird geöffnet. Das hat auch seinen Grund, denn außergewöhnliche Lösungen geschehen immer durch den Austausch von Ideen und Konzepten, an der Schnittstelle von verschiedenen Wissensgebieten. Aus etabliertem Wissen, vermischt mit eigener Erfahrung und Ideen aus anderen Bereichen kann erst (Unternehmens-)Geschichte geschrieben werden.

Achja, wussten Sie, dass Design Thinking für die erste Apple Maus verantwortlich ist? ;)

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