Von Ingrid Gerstbach

In vielen Coachings und Workshops werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie man es vermeiden kann, dass in Meetings der Überblick verloren geht oder wichtige Inhalte bei all der Fülle nicht unterm Tisch fallen. Gar nicht so einfach: Zuhören, Notizen machen, dabei noch Gedanken aussprechen und diskutieren... Was sagen Sie, wenn es eine Methode gäbe, die sich nicht nur sehr hilfreich, sondern auch noch amüsant wäre? Der Vorteil: Sie würden aufhören bei dem Wort "Meeting" zu seufzen, sondern sich freuen, wenn Sie wieder zu einem eingeladen werden. Glauben Sie nicht? Na, dann lesen Sie gleich weiter ;)

Sketchnoting

Viele von uns sind visuell veranlagte Denker. Denkprozesse laufen in Bildern ab und können so schnell abgerufen werden. Genau da setzt die Methode "sketchnoting" an. Aus einer Mischung aus handschriftlichen Notizen und Zeichnungen werden Skizzen angefertigt, die dabei helfen, die wesentliche Kernaussage zu finden, das Gehörte zu merken, gleichzeitig mitzudenken und vollkommen im Meeting präsent zu sein.

Ich kann doch aber gar nicht zeichnen...

Unsinn, natürlich können Sie das! Auch wenn Sie kein Künstler sind und Sie von einem Fünfjährigen belehrt werden, dass ein Hund keinen Ballonkopf hat und die Nase mehr an einen Schuh als an Goofy erinnert, können Sie zeichnen. Alles, was Sie brauchen, sind im Grunde fünf kinderleichte Formen: Kreis, Quadrat, Dreieck, Linie und Punkt. That's it. Wetten, dass Sie das mit Leichtigkeit hinkriegen? Probieren Sie es einfach mal aus. Seien Sie nicht schüchtern, kein Meister ist vom Himmel gefallen und ganz ehrlich: Meine gezeichneten Hunde haben eben jenen Fünfjährigen den herzlichsten Lachanfall seines Tages beschert - und das hat mich weder eingeschüchtert noch ernüchtert, sondern ich habe mitgelacht und weitergezeichnet. Im allerschlimmsten Fall müssen Sie ja niemanden Ihre Zeichnungen zeigen ;) Aber soweit muss es nicht kommen, es gibt auch ein paar Tricks und Kniffe.

Buchempfehlung

Mike Rohde, der amerikanische Pate des Sketchnotings, hat ein kurzweiliges "Buch" herausgebracht, indem er in vielen schwarzen und orangen Sketchnotes die Methode näher beschreibt und zeigt, wie aus einem Kreis und Linien ganz schnell ein Hund wird ("The Sketchbook-Handbook: The Illustrated Guide to Visual Notetaking" Ich bin zwar selber ein Freund von eBooks, aber in diesem Fall bitte zur Taschenbuch-Version greifen!). Bilder können vielmehr als teilweise ein ganzer Absatz kommunizieren kann. Nach der Einführung, die beschreibt, wie wir Informationen verarbeiten, folgen Ideen, wie und warum man am besten mit Sketchnotes beginnen sollte und wie eine Struktur aussehen kann. Dazwischen wird man immer wieder aufgefordert, das eben Gelesene auch umzusetzen und selber auszuprobieren.

Sketchnotes sind eine großartige Möglichkeit visuelles Denken zu "verbildlichen", machen Spaß und regen zum Weiterdenken an! Ich wende diese Technik bereits seit einiger Zeit in meinen Workshops und bei Coachings an und das Feedback dazu ist toll! Probieren Sie es einfach mal aus und erzählen Sie mir, ob es Ihnen geholfen hat.

 

Bildquelle: http://jurylaw.typepad.com/photos/uncategorized/jury_duty_never_eat_alone_flickr_9441364.gif

 

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